9. Dezember 2012 23:16

Re: Spotify kämpft ums Überleben ... das Geschäftsmodell funktionert eben nicht

Edna Krabappel schrieb am 9. Dezember 2012 22:50

> Soll denn ein Konsens herauskommen? Oder gibt es vielleicht doch
> Punkte, bei denen man "Nein" sagen muß?

Dies ist im Allgemeinen der Sinn einer Diskussion, einen Konsens zu
finden. Ansonsten kann ich meine Meinung für mich behalten. Ob man
etwas tun muss oder nicht, ist immer eine Frage der persönlichen
Perspektive.

> Ein großer Teil ist aber auch z.B. mit dem Platzen der Dot.Com-Blase
> einfach verschwunden. 

Ein anderer Teil aber nicht. Deren Existenz widerspricht somit Deiner
Argumentation.

> Angebot und Nachfrage, wenn sich Musik nicht mehr verkauft ist das
> eine Sache. Wenn allerdings Leute meinen mit dem Internet müsste
> jetzt alles irgendwie umsonst, durch Werbung finanziert, oder
> zumindest zu Spottpreisen kommen unterliegen die einfach einer
> Fehlvorstellung.

Ich kann mich nicht daran erinnern, etwas derartiges gesagt zu haben.

> Und ein Musikstück oder Film ist weniger wert, wenn man das
> Trägermedium ändert?!

Wenn das Trägermedium dazu führt, dass das Produkt für den Kunden
einfacher, kostengünstiger und in beliebiger Menge und obendrein in
gleicher Qualität verfügbar ist, dann schon.

> Das ist Blödsinn. Konsumverhalten bzw. -verweigerung und Konkurrenz
> regelt da genauso die Preise wie auf anderen Märkten auch.

Das können unter anderem auch bestimmende Faktoren sein, sind aber
nicht die einzigen.

> Nein. Jetzt bringst Du auch noch die dumme These von der Verknappung
> durcheinander. Da hieß es nur, dass man ja digitale Werke verlustfrei
> kopieren könne (was letztlich gar nichts aussagt). Mit der
> Konkurrenz, Mono- oder Oligopolen hatte das garnichts zu tun. Und es
> gibt große Konkurrenz bei Musik, Filmen oder Büchern.

Genau, weil es von Jahr zu Jahr auch immer mehr Majors gibt, nicht
wahr?

> Nein. "Haufenweise" widerspricht direkt dem Wortlaut des
> Gesetzestextes der Privatkopie, der explizit *einzelne
> Vervielfältigungen* nennt.

Soviel zur Gesetzestheorie, die mit der Realität nicht unbedingt
übereinstimmen muss. 

> Nein, Du hast jetzt gestelzt darum  herumgeredet, dass alles, was Du
> sagst, auf der Fehlvorstellung beruht, dass das Trägermedium
> irgendetwas mit dem Wert zu tun habe. 

Tut mir leid, wenn Du diese Marktrealität nicht zu erkennen vermagst. 

> Kopierschutz (den es bei Audiofiles so gut wie nicht mehr gibt) soll
> Populismus sein!? Kann es sein, dass Du müde wirst? Wir können das
> auch später fortsetzen.

Was ist ein Kopierschutz anderes als hilfloser Aktionismus, mit dem
es die MI ganz wunderbar hinbekommen hat, praktisch all ihre Kunden
in einem Rundumschlag zu potentiellen Straftätern abzustempeln?
Irgendwann haben sie es selbst gemerkt und darauf verzichtet.
Peinliche Aktion, das.

> Die Zahlen sagen etwas anderes und auch meine persönliche Erfahrung
> als Musiker ist, dass die brodelnde Schnittstelle zwischen Profis und
> Amateuren aus der sich immer wider Neues gebildet hat so gut wie
> weggebrochen ist. Kommerz und Amateurisierung, die Schere klafft
> immer weiter auseinander. Pink Floyd, Kraftwerk, Miles Davis waren
> alle mit seinerzeit unbequemen und revolutionären Alben bei damaligen
> Majors. Das ist lange vorbei.

Und das liegt an den Urheberrechtsrevoluzzern?

> Und gerade die Independents leiden
> unter der Sitaution, gerade dem Streaming.

Soweit ich weiß, wird kein Indy-Musiker mit vorgehaltener Waffe dazu
gezwungen, seine Werke auf Streamingdiensten zu veröffentlichen.

> Tut mir leid aber das ist Blabla.

Nein, das nennt sich Markt.

> Warum zickst *Du* dann so herum?! 

Da kann man mal sehen. Ich habe die ganze Zeit über den Eindruck,
dass gerade Du wegen dieser Begrifflichkeiten herumzickst.

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