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3. November 2012 13:34

Re: Transparenz

Schily schrieb am 3. November 2012 11:50

> Ich glaube ja, daß eine deutsche Stiftung eine ordentliche
> Transparenz liefert, aber wie ist das mit Wikileaks?

Die Wau-Holland-Stiftung erwartet von Wikileaks Belege, die sie dann
in Deutschland verwenden können.

> Wofür wird dort das Geld ausgegeben?

> Bei den Summen befürchte ich jedenfalls, daß das Geld nicht für die
> Belange von Wikileaks, sondern zur Verteigigung von Herrn Assange
> ausgegeben werden.

Die Wau-Holland-Stiftung macht ihre Berichte nach wie vor öffentlich,
schließlich will sie den Gemeinnützigkeits-Status
erhalten/wiederbekommen. Berichte findest du hier:

> http://www.wauland.de/files.html

Die Summen "Rechtsbeistand" sind *nicht* für Assanges persönliche
Verteidigung ausgegeben worden, obwohl die IMHO (insbesondere in
dieser völlig unverhältnismäßigen Form) unmittelbare Folge der
Tätigkeit von Wikileaks sind. Die 5000 Kronen, die die übliche Strafe
für "sex by surprise" in Schweden sind, hätte Assange ja locker aus
der Portokasse zahlen können... und was anderes wird ihm nicht
vorgeworfen.

Die Stiftung hat die üblichen Probleme mit Deutschlands Finanzämtern,
die einfach unfassbar borniert sind - man muss dann hinrennen und mit
den Leuten persönlich diskutieren¹. Die Stiftung sammelt Spenden, und
muss die laut Finanzamt "zeitnah" ausgeben. Aber natürlich auch nur
für stiftungsrelevante Zwecke. Was etwa 2010 nicht möglich war - da
hat Wikileaks dank der großen Publicity für ein sehr hohes
Spendenaufkommen gesorgt, das man natürlich nicht sofort sinnvoll
verbraten konnte. Was sollst du als Stiftung in so einem Fall machen?
Spenden ablehnen oder was?

¹) was jetzt hoffentlich besser geht, weil der Sitz jetzt im Hamburg
ist, und einige der Leute, die sich um die Wau-Holland-Stiftung
kümmern, wohnen auch dort.

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