2. Februar 2013 17:14

Re: Vermutlich weil auch in Zukunft Leute daran was verdienen

Midoge schrieb am 2. Februar 2013 09:47

> > Es wurde ja auch zu einem Preis verkauft, der alle Kosten, sowie
> > einen Gewinn für den Künstler beinhaltet - der durchaus sehr hoch
> > sein kann. Dies ist bei einer CD für 10 Euro nicht der Fall, da kommt
> > die Entlohnung erst im Laufe der Zeit über die Masse.

> Der Urheber von Musik tritt seine Rechte doch meist an
> Wiederverwerter wie Sony, Virgin etc ab und erhält genau das, was du
> hier unmöglich machbar findest. Die eigendlichen Kosten entstehen
> doch erst _durch_ diese Verkaufsfabriken. 

Welche Kosten sollen das sein? Die Plattenfirmen finanzieren die
Aufnahmen und organisieren den Vertrieb. In der Tat enstehen dadurch
Kosten, wer sollte sie allerdings sonst übernehmen?

> Weil solche Kosten hier
> eine Lobby geniessen, quasi als Argument hingenommen sind gehen die
> Verwerter nun schon hin und plücken Künstler zur Auftragsarbeit,

Auftragsarbeiten sind gerne gesehen bei Komponisten - nirgendwo sonst
sind die Einnahmen sicherer. leider gibt es nur sehr selten
Auftragsarbeiten, eigentlich fast nur für Filmmusik.

> oder wandeln unter hohem Kostenaufwandt zufällige attraktive Menschen zu
> Künstlern(casting). Ein 8Stellig aufgebautes image von Justin Bieber
> ist _kein_ Argument für hohe Produktionskosten.

Damit hat die Musikindustrie auf die gesunkenen Umsäötze reagiert.
Einen "Star" bereits vor seinem Plattenvertrag medial aufzubauen
kostet zwar Geld, hat sich aber dennoch als lukratives Geschäft
erwiesen. Vielleicht erleben wir in dieser Castingbewegung bereits
erste Anzeichen eines kulturellen Niedergangs, der durch den
wirtschaftlichen Niedergang der Branche ausgelöst wurde.

> > Das medikament wird auch nach dem Auslaufen des
> > Exklusivvermarktungsrechtes weiterhin verkauft. Oder vedient Bayer
> > kein Geld mehr am Aspirin? Tatsächlich kann eine Erfindung aber auch
> > sehr gut ohne die Veröffentlichung als Patent vermarktet werden.
> > Diese Möglichkeit haben Musiker und Komponisten nicht.

> Der Unterschied
> zwischen uns beiden besteht hier in der Auffassung von "aktiv
> vermarkten". Ich verstehe darunter ein Konzert, du verstehst darunter
> die Verkaufsfabrik mit Strom und Lobby zu versorgen.

Ein Komponist, der für Orchester oder Chöre schreibt kann sich
allerdings nicht durch eigene Auftritte vermarkten. Auch Joe Cocker
schreibt meines Wissens keine, oder nur wenige Lieder selbst. Er
interpretiert also Werke anderer Komponisten. Werden diese
Komponisten nicht finanziert, können sie auch keine Lieder mehr für
Cocker schreiben.

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