23. Januar 2013 04:36

Re: Verstehe ich das Problem da gerade richtig?

Politkommissar schrieb am 22. Januar 2013 17:21

> Es gibt öffentlich zugängliche Datenbanken wo
> Horst genetische Daten zwecks Ahnen- bzw Ver-
> wandschaftsforschung inkl. Namen hinterlegt hat?

Nein. Es ist die Rede davon, dass anonymisierte Genom-Daten allein
aufgrund ihrer Merkmale trotz Anonymisierung rückverfolgbar bleiben,
da Genome eben vererbt werden. Ist ein Genom in den USA erfasst und
zu 100% anonymisiert worden und ein zu 99,99x% ähnliches Genom an
einem bestimmten Ort in Europa erfasst worden, dann kann man trotz
Anonymisierung Rückschlüsse auf den Verwandschaftsgrad ziehen. Sind
dann weitere Parameter zu der Person in Europa bekannt und kann man
damit diese Person de-anonymisieren, so kann man auch mit endlichem
Aufwand die Person in den USA finden und de-anonymisieren.

Hat die Person in Europa dann noch den einen oder anderen Gen-Defekt
(z.B. Erbkrankheit), dann kann das - sofern der Versicherung die
Zusammenhänge bekannt sind - von der Versicherung in den USA dafür
genutzt werden die Person aus den USA - ohne deren Wissen und zu
deren Nachteil - einer anderen Risiko-Klasse zuzuordnen, ohne dass
die Person jemals erfährt weshalb.

Gruß,
SP.

Anzeige

heise online Themen