11. Januar 2013 22:33

Re: Volksentscheid gegen die GEMA

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. 

Heutzutage ist es doch so, wenn die aufgeführten Stücke Gema-Material
sind, wird ein Pauschalbetrag fällig. In Diskotheken etc ist die
Abgabe ja üblich. Wenn Du nun eine Band mit gema-freier Musik
auftreten läßt, dann bist Du verpflichtet zu klären, ob die Musik
tatsächlich gema-frei ist, also die Texter und Komponisten oder
Verleger nicht Mitglied der Gema sind. (für die Gema reicht da ein
Blatt Papier mit Playlist und Nennung der Urheber. Um den Rest
kümmert die sich.) Du kannst Dir also von den Interpreten die Namen
der Urheber verbindlich nennen lassen oder selbst in der Datenbank
der GEMA recherchieren. Ist allerdings bei größeren Veranstaltungen
ein ziemlicher Aufwand.

Natürlich könnte ich die Gema-Vermutung auch abschaffen und immer
selbst recherchieren, wenn möglich in einer zentralen Datenbank, wer
die Rechte hält und wem ich wieviel zu zahlen habe. Dieses Szenario
ist aber so gut wie immer mit Aufwand und Kosten verbunden. Dieses
Geld muss irgendwie wieder eingespielt werden und wird am Ende mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Konsumenten, also
Zuhörer, Eintrittskartenkäufer etc. hängen bleiben. 

Als Veranstalter (ich bin keiner) beiße ich also in den sauren Apfel
und zahle an die Gema meine Abgaben, bin dann aber auf der sicheren
Seite, wenn ich nur Gema-Musik spiele oder ich kümmere mich eben
selber um die Vergütung der Urheber und bin im Zweifel angearscht,
wenn mir die Band oder DJ Mist erzählt bei der Angabe des Urhebers. 

Natürlich wäre es schön, wenn wir uns so aufeinander verlassen
könnten, daß das freiwillige Modell ohne Verwerter funktionieren
würde. Der oder die Urheber ihren Anteil an den Einnahmen bekommen
ohne das Dir dabei jemand auf die Finger schauen muss. Allein der
Glaube daran, daß das tatsächlich funktionieren würde, fehlt mir.

Aber Recht hast Du ja, sollte die Gema-Vermutung mit der Zulassung
einer weiteren Verwertungsgesellschaft kippen, dann sehen wir für wen
die Gema arbeitet. Tatsächlich für die Urheber oder doch für ihre
eigenen Pfründe.

Apropos Bier: Mein Chef ist gerade nach Hause. Ich begebe mich jetzt
an den Kühlschrank, muss aber mit Feierabend noch ein wenig warten.
:-(

Raget

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