19. Mai 2013 17:34

Re: Wäre es nicht besser zuerst zu erforschen on CO² wirklich so schlimm ist? (Editiert vom Verfasser am 19.05.13 um 18:13)

Kwak schrieb am 18. Mai 2013 12:47

> Artikel in den Bulevardmedien sind leider meist nur ein einziges
> Argument der Wissenschaftlichen Diskussion. Die Änderungen der
> Sonnenaktivität wurde ja bereits ausgeschlossen wie im Artikel steht.
> Nun ist seine Theorie: Das stärkere Magnetfeld der Sonne verringere
> die kosmische Strahlung was zu weniger kühlenden Wolken führt(ich
> glaub die Höhe der Wolke bestimmt ob es einen kühlenden oder
> wärmenden Effekt hat).

Ja wollte eigentlich auch weniger auf seine konkrete Theorie als die
scheinbar geringe Toleranz gegenüber "alternativen Theorien" hinaus
;)

> Da der Artikel 4 Jahre alt ist sind wohl die beschriebenen
> Experimente zum Beweis der geringeren kühlenden Wolken durch das
> Magnetfeld der Sonne missglückt.
> In der Wikipedia steht zu dieser Theorie, dass sie mittlerweile
> bereits in zwei Studien nicht Nachfolzogen werden konnte bzw.
> beschreiben den Zusammenhang zwischen GCR und dem Klima als hoch
> unsicher.

Ja richtig - dafür gibt es andere Einflussfaktoren, die zwar immerhin
bekannt sind, aber eben nicht wirklich in ihrer Auswirkung
eingeschätzt werden können. Als Beispiel sei hier die Wirkung von
Aerosolen gennant.

> Mit der Aussage "Es gibt doch genug Umweltprobleme, um die sie
> (Politiker) sich kümmern könnten" stimme ich Henrik Svensmark voll
> überein.
> Doch die meisten Umweltprobleme entstehen durch die Ausbeutung
> fossiler Brennstoffe und Ressourcen. Und damit ist eine TCO mäßige
> CO2 Fixierung nicht verkehrt.

Ok das kann man sicher so stehen lassen - ich denke nur
beispielsweise Naturschutzgebiete kahlzuschlagen um da Stromleitungen
hinzubauen o.ä. sollte eben auch eine "rote Linie" sein. So nach dem
Motto nicht den letzten Rest unberührte Natur aufgeben um die Umwelt
zu retten.

> Des weiteren denunzieren sich alle Wissenschaftler. Ich kenne viele
> promovierte Ingeneure, die von Juristen ein ähnliches Bild haben.

Da stimmte ich durchaus zu, BWLer sind sicher auch so eine Gruppe ;)
Nur gibt es das auch innerhalb anderer Fachgebiete in dieser Form?
Ich würde denken das trifft wenn primär auf alles zu, wo eben vieles
Auslegungssache ist. Nur sollte die Klimaforschung ja doch ein wenig
"wissenschaftlicher" sein als sagen wir Philosophie ;) Nicht umsonst
denke ich sind die gängigen Formulierungen von den Wissenschaftlern
selber eigentlich immer in der Richtung "Man nimmt an, es ist
Konsens, es wird kaum bestritten, wenn mir davon ausgehen, dass" etc.
- was bei genauerem Hinhören ja doch durchaus auch auf gewisse
Zweifel bei den Leuten selber hindeutet. Ihren guten Ruf wollen sie
mit definitiven Aussagen dann doch nicht runinieren ;)

> Im Endeffekt sind die Billionen Ausgaben auch nicht verpufft, sondern
> Investitionen und damit nix anderes als eine Umverteilung.
> Wenn man sieht, dass mit den Billiarden an Ausgaben für
> Fossile-Brennstoffe im Sekundärmarkt Waffen und Wüstenstädte gebaut
> werden fragt man sich was das eigentlich für eine Ideologie ist und
> wo das Geld eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes "verpufft".

So kann man das sicher auch sehen - nur ersetzen EE auf absehbare
Zeit eben NICHT die Billionen die etwa in die Wüstenstaaten fliessen,
sondern wenn eher die Gelder die grösstenteils wohl nach Australien
fliessen momentan. 

> Ähnlich hirnrissig und nichtmal CO2 fixiert ist es, wie auf
> ägyptische/südafrikanische Kartoffeln mit fossilem Grundwasser
> angebaut und mit steuerfreiem internationalen Kerosin transportiert
> einen Bioaufkleber draufzubappen.
> Während die regionalen Produkte für die Fleischproduktion genommen
> werden.

Da stimme ich vollkommen zu - in meinen Augen ist einfach der
Transport dieser Waren wohl viel zu günstig, weswegen sich sowas
überhaupt lohnt.

> Ist mein Lebensstandard wirklich erhöht, wenn ich einen Trockner
> habe?
> Der macht bei meinen Eltern immerhin 40% des Stromverbrauchs aus.

Hängt wohl primär davon ab wieviel Wäsche man zu waschen hat - ich
persönlich kann jedenfalls Wäsche zum trocknen aufhängen nicht
leiden, ist für mich verlorene Lebenszeit - einen Trockner habe ich
leider nicht ;)

> Ist mein Lebensstandard wirklich erhöht, wenn ich im Winter mit
> kurzarm T-shirt und shorts in der Wohnung rumlaufen kann?
> Durch Absenkung der Winterraum-Temperatur von 23° auf 17° habe ich
> durchschnittlich 40% des Heizenergieverbrauchs eingespart, die ich
> für "nachhaltigere" Dinge ausgebe. Die Anfangsinvestition in zwei
> gescheite Pullover/Unterhemden waren schnell wieder drin.

Das ist auch wieder ein Beispiel für schonenden Umgang mit Ressourcen
den ich sinnvoll finde. Das tut nicht wirklich weh, macht aber viel
aus. Geht aber wieder jedem anders. Menschen mit Rheuma etc. sehen
das zudem sicher nochmal ein wenig anders. Da muss letztlich jeder
für sich die persönliche "Wohlfühlgrenze" finden.

> Leider finde ich es Extrem mühsam nachhaltige Produkte zu
> Identifinzieren.
> Wie wäre es mit einem neuen Öko oder nachhaltigkeits Siegel?
> Damit der Siegelwahn in Deutschland nicht zum erliegen kommt ;-)

Wenn das ganze auch tatsächlich mal was aussagt, wäre ich dem
durchaus auch nicht abgeneigt - momentan habe ich so einen Verdacht,
dass 3/4 der Produkte mit solchen Siegeln ja doch die gleichen wie
die ohne Siegel sind, nur halt teurer ;)

Wobei es hier auch wieder definitionssache ist, was man als
nachhaltig ansieht: Ich habe etwa mal einen interessanten Bericht
gelesen, der darauf hinauslief, dass etwa Massentierhaltung viel
ressourcenschonender ist als etwa die "Ökotierhaltung"... Das ist
dann vermutlich für viele ein Interessenskonflikt...

Edit: Gerade auf Spiegel gesehen, soweit her ist es mit dem Konsens
ja offensichtlich auch nicht wie man es immer gerne hinstellt:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ursachen-des-klimawandels-um
fragen-unter-klimaforschern-zum-konsens-a-900562.html

Es wird zwar kaum bestritten, dass der Mensch einfluss auf das Klima
hat - allerdings wieviel (und das ist ja DIE entscheidende Frage), da
ist man sich wohl alles andere als einig...

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