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28. November 2012 10:39

Re: Warum man "Smart Grid" braucht, aber die Telekom nicht

MuellerSchmidt schrieb am 28. November 2012 10:01

> Zunächst einmal: Das "smart Grid" bzw. intelligente Stromnetz wird
> vor allem wegen der massiven Einspeisung von erneuerbaren Energien
> notwendig; wer also das eine will, wird das andere auch brauchen.

Nein. Das ist Unsinn. Smart-Grids wollen nur die Energieriesen.

> Warum?

> Bisher war die Energieproduktion von Grosskraftwerken abhängig, die
> immer die gleiche Leistung erbrachten.

Ja - das war ein tierischer Nachteil, denn die Energie der
gigantischen, aber völlig unregelbaren Kernkraftwerke musste irgendwo
hin.

> Lediglich der Verbrauch varrierte über die Zeit, was aber kompensierbar war. 

Weil man den Verbrauch sehr, sehr gut kennt und sich darauf
einstellen kann.

> Mit der massiven
> Einspeisung von erneuerbaren Energien variiert auch die
> Energieproduktion massiv, da a.) Wind/Sonne nicht dauernd verfügbar sind

Aber irgendwo immer. Und wenn ein Überangebot herrscht, dann kann man
die Anlagen schnell und gefahrlos abschalten - Im Gegensatz zu
Kernkraftwerken, die nach dem Abschalten Tage brauchen um wieder
hochgefahren zu sein und nur nahe an Vollast wirtschaftlich zu
betreiben sind.

> und b.) die Sonne/Wind entweder "überall" oder "nirgendwo" verfügbar sind.

Eine derartig dumm-dreiste Lüge, wie sie eigentlich nur von
Kernkraftlern kommen kann.
Einfach mal einen Wetterbericht gucken genügt um deine Lüge
offensichtlich zu machen.

> Die Differenz zwischen Produktion und Verbrauch im
> Stromnetz macht sich an der Strombörse in Leipzig durch
> Preisschwankungen (für Regelenergie) bemerkbar, d.h. es kann sein,
> dass zum Zeitpunkt A Strom extrem teuer ist und kurz danach zum
> Zeitpunkt B der Strompreis negativ ist.

Genau. Und das liegt im wesentlichen an den Kern- und
Kohlekraftwerken, deren Regelzeiten sich in vielen, vielen Stunden
messen.
Wir haben viel zu viel Grundlast, aber die Energiekonzerne dürfen auf
keine Fall zulassen, dass andere Firmen als SIE in den Energiemarkt
eindringen - oder gar dezentrale Kleinkraftwerke!
Dann würden die sowieso schon gebeutelten Renditen der
Grosskraftwerke weiter fallen, und die Shareholder würden sich
beschweren! 
DAZU DARF ES NICHT KOMMEN - sagen die Energiemanager.

Im Moment herrscht hier Nebel und Windstärke 1 - Solar und Windkraft
liefern nicht.
Was wir brauchen sind Stromtrassen, um Strom von woanders her zu
holen, und an andern Tagen nach woanders zu liefern.
Aber das will ja Tennet nicht: "So haben wir nicht gewettet!" sagen
die Manager des Stromleitungskonzerns: Wir haben ein unternehmen
gekauft um daraus Rendite zu ziehen, nicht um zu investieren! Das
würde uns ja Geld kosten!


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