27. Januar 2013 00:11

Re: Warum nicht vom Brutto-Gehalt abziehen?

iMil schrieb am 26. Januar 2013 23:52

> Deep_Thought schrieb am 26. Januar 2013 21:57

> > Ich bin für starken, unabhängigen ÖRR, der seinem Informations-,
> > Bildungs- und Unterhaltungsauftrag gewissenhaft und kritisch
> > nachkommt. Und bitteschön mit genau NULL Werbung. Dafür zahle ich
> > auch gern Gebühren.

> was sind deine anforderungen an den geannten informationen, die auch
> die anderennutzer zufriden stellen?

Uh, fiese Frage. Versuch mal, drei Leute unter einen Hut zu bekommen
diesbezüglich. Und jetzt multipliziere das mit ein paar Millionen.
Viel Spaß!
Aber um mal Butter bei die Fische zu bringen:

- Informations-/Bildungsauftrag: Nachrichten, Reportagen,
Dokumentationen, wissenschaftliche Infos jenseits von seichtem
Bullshit wie "Galileo" bei den Privaten. Knoff-Hoff-Show anyone? Kopf
um Kopf? Das waren noch Zeiten! Investigativer Journalismus,
Sprachprogramme...
- Unterhaltungsauftrag: Da gehts sehr stark um Geschmacksfragen. Ich
mag Mutantenstadl nicht, viele andere aber sehr wohl. Mir geht Wetten
daß am Arsch vorbei, aber die Einschaltquoten sprechen eine deutliche
Sprache. Ich hätte gern Freefight als Sport, aber das ist wohl nicht
mehrheitsfähig. Fußball finde ich dagegen nervig. Vor allem die
hunderte Millionen teuren Übertragungsrechte disqualifizieren Fußball
IMHO für den ÖRR.

> denn du bist mit deinen ansprüchen nicht allein.

> wenn eine sendung in der hauptsendezeit 30% einschaltquote hat, dann
> befriedigt sie das interesse eines drittels der zuschauer.
> wenn das parallelprogramm auf dem anderen hauptsender der ÖR dann
> ebenfalls 15% einschaltquote hat, dass sind bei zwei sendern so viele
> zuschauere "zufrieden", dass man das als grundversorgung betrachten
> kann.

Richtig. Und so sehr ich Musikantenstadl und Konsorten auch hasse -
wenn sie von so vielen Leuten gesehen werden, befriedigen sie
zumindest irgendein Interesse eines Großteils der Zuschauer. Das
steht natürlich sofort im Widerspruch zu "Der ÖRR muß wegen seiner
Unabhängigkeit genau nicht auf Quoten schauen". Aber es ist ein
starkes Argument für diese Sendungen.

> > Die bezahlten Inhalte haben dann gefälligst auch zeitlich unbegrenzt
> > im Netz zu stehen. Das aktuelle Depublizieren ist ein dermaßen tiefer
> > Griff ins Klo, da fällt mir echt nichts mehr zu ein.

> bedanke dich bei den leuten vom privaten rundfunk.
> diese haben es den ÖR !_VERBOTEN_!, die sendungen länger online zu
> halten.

> wenn du längere online-zeiten haben willst, sind die ÖR-sendunge, und
> erst recht die GEZ, der vollkommen falsche ansprechpartner.

Ich weiß, woran das liegt. Das ändert aber nichts an der Tatsache,
daß ich die bezahlten Inhalte nicht bekomme.

> > Leider ist der aktuelle ÖRR genau nicht das, was er sein soll und die
> > GEZ ein Monstrum äußerster Verabscheuungswürdigkeit. Deshalb kotzt es
> > alle so an, daß sie zahlen müssen.

> ah ja.

> du weißt also ganz genau, wie das kosten pro sendeminute, imvergleich
> zu den privaten, vollkommen überteuert sind, da du die einnahmen der
> GEZ udn der privaten angesehen und die gesamtsendezeit der damit
> produzierten sendungen verglichen hast.

Wenn du genau gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, daß ich nicht
die Höhe der Kosten, sondern deren Zweckentfremdung kritisiert habe.
Zweckentfremdung, weil der ÖRR eben nicht ist, was er sein soll, aber
für diesen Soll-Zustand die Gebühren eingezogen werden. Und daß die
GEZ auf den Müll gehört, sollte ja nun unstrittig sein.

> des weiteren sind 0,6€ am tag für dich viel zu viel geld, so dass du
> dir das gesamt nicht mehr leisten kannt.
> (obwohl du so viel geld verdienst, dass du keine befreiung bei deinem
> regionalen ÖR-programm bekommst)

Nochmal: Ich kritisiere nicht die Höhe der Kosten. 18 Euro im Monat
sind nur ein feuchter Furz neben ganz anderen Sachen, für die ich
blechen muß. Mich nervt eher, daß ich weder Radio noch Fernseher
habe, und trotzdem für die Volksverdummung bezahlen muß, die sich
aktuell ÖRR schimpft.

Wie gesagt, mir wärs lieber, der ÖRR wandelt sich entsprechend dem,
was er sein soll, als daß ich nicht mehr zahlen müßte. Selbst wenn
ich dann noch immer kein Radio und Fernseher habe, finde ich es
wichtig für uns als Gesellschaft, daß der ÖRR seinen Auftrag
bestmöglich wahrnimmt.

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