22. Dezember 2012 23:36

Re: Was wären legitime Methoden, den Datendurchsatz für alle freizuhalten?

Oberguru schrieb am 22. Dezember 2012 16:06

> Oder sehe ich ein Problem, wo gar keines ist?

Jain.

Praktisch ist es so, dass die "letzte Meile" zum Kunden die dem
einzelnen zur Verfügung stehende Bandbreite wirksam limitiert. Aber
durch immer bessere Anschlussverfahren ist mittlerweile ein Punkt
erreicht, bei dem die bisherigen Rechenmodelle für die Auslegung der
Bandbreite von den Endkundenverteilern nicht mehr stimmen. Bislang
rechnen die ISPs so wie Fluglinien, d.h. die überbuchen ihre
Leitungen. Das hat auch alles wunderbar funktioniert bis plötzlich
"Web 2.0" und Video-Streaming aufgetaucht sind und praktisch jedes
Gerät im Haus das eine CPU inne hat ständig eine Verbindung in's
Internet hält.

Aber anstatt ihre Annahmen zu überdenken und die notwendigen Schritte
zu unternehmen, also falls überhaupt erforderlich die Kapazität der
eigenen Infrastruktur zu erhöhen wird versucht die Kunden in einer
perfiden Angebot/Nachfrage-Argumentation zu melken.

Es ist übrigend vollkommen legitim beim Routing QoS anzuwenden,
solange alle Dienste gleichberechtigt sind. Ein HTTP-GET-Request darf
durchaus mal 50ms länger unterwegs sein, daran stört sich niemand.
Aber VoIP- und Spiele-Kommunikation sollten so schnell wie möglich
routed werden.

Das ist, was einen guten ISP auszeichnet: Der benutzt QoS nicht um
die Kunden zur Kasse zu bitten, sondern um die Qualität allgemein zu
verbessern.

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