17. November 2012 01:09

Re: Wer ist noch der Auffassung dass das Patentwesen als Ganze zur Diskussion st

Bernd Paysan schrieb am 14. November 2012 22:36

> Weil wir am Anfang dieser Entwicklung noch ein Agrarstaat waren, und
> erst mal billig kopiert haben. Aber nach einigen Jahrzehnten das
> Original überflügelt haben, und aus unserem Stempel ein Wertsiegel
> wurde. Eben weil bei uns Kopieren erlaubt war.

Zu den Zeit als es eine Gütesiegel wurde, war das Patentwesen hier
aber bereits voll etabliert. 

Also haben wir durch kopieren aufgeholt und durch Patente unseren
Vorsprung ermöglicht, ausgebaut und etabliert (hält ja immerhin schon
über ein Jahrhundert).

> Warum braucht man eine Handhabe? Die offenen Kopien sind etwas gutes,
> nicht etwas schlechtes. Der erste auf dem Markt hat einen natürlichen
> Vorteil, der Kopist muss also signifikant (ca. 30%) billiger sein.
> Die Kopie sorgt entweder für einen Preisdruck oder einen Druck,
> innovativ zu sein - weil sich Innovationen auch ohne Schutz
> auszahlen.

Du gehst von nicht leicht kopierbaren Geräten aus ...

> Bei mehreren hunderttausend Patenten kann man nicht ernsthaft
> Kenntnis haben, um Schadensersatz zu umschiffen. Das ist so, wie wenn
> du durch den Great Barrier Reef steuerst, und drei Riffe kennst.

Man muss nicht alle Riffe der Welt kennen, damit man unbeschadet
durch eines kommt. Anders gesagt: Wenn ich ein Funktelefon entwickle,
dann sollte ich die Patente die den "Funk" betreffen im Auge haben,
da brauch es mich nicht interessieren, das es Patente für Aerodynamik
bei Kraftfahrzeugen gibt.

> Es ist einfach so, dass die bloße Kenntnis des Patents ausreicht, um
> dir einen dreifachen Schadensersatz aufzubrummen, egal, ob du das
> Patent verletzt, weil du die Offenlegungsschrift gelesen hast, oder
> weil das der naheliegendste Weg war. Also wirst du die Kenntnisnahme
> bleiben lassen. Fertig.

Man kann auch einfach mal was Lizenzieren, Geld verdienen möchte man
damit immerhin ja auch.

Anzeige

heise online Themen