20. Juni 2013 00:44

Re: Wirksame technische Schutzmaßnahme?

Peter Ludolf schrieb am 19. Juni 2013 17:36

> > Naja. RTMPE wurde erfolgreich reverse-engineert und es gibt fertige
> > Bibliotheken, die mit minimalem Aufwand eingebunden werden koennen.

> Dadurch, dass ich ein Schloss einfach öffnen kann weil andere mir das
> Werkzeug verkauft haben mit dem das möglich ist bleibt das Schloss
> immer noch ein Schutz gg Eindringlinge und die Versicherung haftet
> entsprechend.

Die Versicherungen haften schon länger nur noch dann, wenn deutliche
Einbruchsspuren zu sehen sind. Sprich: Wenn dein Schloss mit der
Schlag-, Rüttel- oder einer anderen nicht-destruktiven
Lock-Picking-Methode geknackt wurde, dann stehst du blöd da. Evtl.
hast du noch einen Prozess als Versicherungsbetrüger am Hals.

> Dass der Aufwand für die Umgehung des Schutzes auf andere verlagert
> wird ändert nichts an der Wirksamkeit im juristischen Sinne.

Auf derlei Schwachsinn kommt man nur in der virtuellen Welt, in der
realen Welt ist die Sache klar: Bei einem Einbruch musst du
gewaltsames Eindringen nachweisen, sonst zahlt die Versicherung
nichts.

> Nein, das hätte das Gericht auch bei Wissen um entsprechende Mittel
> so geurteilt.
> Wenn eine Versicherung sich weigern würde wg eines Einbruchs zu
> zahlen weil man das Schloss ja mit einem Brecheisen umgehen kann
> würde ein Gericht das Schloss dennoch als Schutz werten.

Brecheisen ist Gewalt, das ist in der IT-Welt vergleichbar damit,
dass man sich Zugang zum Server des Streaming-Dienstes verschafft,
und dort die Videos vor der Verschlüsselung abgreift. Je nach Wert
der versicherten Gegenstände wird dein Versicherer übrigens durchaus
auf einer besonders guten Tür bestehen, die auch einem Brecheisen
standhält.

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