31. Dezember 2012 01:53

Re: eine Falschbehauptung nach der anderen

Iwan Bloch schrieb am 30. Dezember 2012 22:58

> z.B. hier: 
> http://goo.gl/LVrKD

Danke für den interessanten Link. Allerdings liest sich für mich das
nicht nach "wir finden das ganz gut", sondern eher nach "wir warten
erst mal ab, wie sich das entwickelt". Ähnlich sehe ich den bereits
von Edna geposteten Artikel.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die GEMA auf einmal freudig
reagiert, wenn es eine zweite VG in Deutschland in ihrem Bereich
tätig wird. Immerhin hat sich vor nicht einmal einem halben Jahr die
GEMA-Pressesprecherin Gaby Schilcher recht abfällig über die
C3S-Pläne geäußert. Ich zitiere:

<quote>
Noch ist die GEMA quasi ein Monopolist, aber das könnte sich mit C3S
bald ändern. Halten Sie Konkurrenz auf diesem Markt für sinnvoll?

Schilcher: Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiß, von welchem
Anbieter Sie sprechen. Grundsätzlich ist Konkurrenz natürlich in ganz
vielen Branchen sinnvoll. Was das Urheberrecht angeht, ist das
allerdings fraglich. Die GEMA ist ein Quasi-Monopolist, das heißt, es
kann jederzeit jemand eine zweite GEMA aufziehen. Die Frage ist nur,
wie sinnvoll das wäre, auch für die Kunden. Wenn es zwei
Verwertungsgesellschaften gibt, wie das zum Beispiel in Amerika der
Fall ist, dann bekommen Sie als Kunde halt zwei Rechnungen von zwei
verschiedenen Stellen, wenn Sie beide Repertoires nutzen möchten. Der
Verwaltungskostenaufwand ist dann zweimal zu zahlen. Am Ende zahlt
der Kunde mehr oder der Urheber bekommt weniger, beides ist nicht
positiv. Grundsätzlich ist so etwas aber möglich.

Das Ziel von C3S ist es, vor allem für die Künstler eine Verbesserung
zu erreichen. Dass die Urheber dann zum Beispiel – wie im Fall der
Musikpiraten – selbst entscheiden können, ob Sie ihre Musik von der
Verwertungsgesellschaft lizenzieren lassen oder unter einer Creative
Commons Lizenz kostenlos anbieten.

Schilcher: Dann viel Spaß bei der Realisierung des Projekts. 
</quote>

Quelle:
http://www.laut.de/GEMA-Interview/Wir-sind-keine-karitative-Einrichtu
ng/11-07-2012

Dass sich die Haltung der GEMA in so kurzer Zeit von klarer Ablehnung
in Befürwortung ändert, dass halte ich für sehr unwahrscheinlich.

> Zitat Ursula Goebel: "Wir beobachten das interessiert und haben 
> da weder Angst noch Sorge. 

Das kann stimmen oder nicht. Die Aussage ist sehr diplomatisch, aber
nicht wirklich belastbar. Hätte die GEMA wirklich Angst oder Sorge,
würde sie das kaum öffentlich zugeben. Da sind Aussagen wie "Von der
Idee her finden wir das gut" oder "Wir sind sehr interessiert" sehr
geschickt. Diese Formulierungen sind absolut unverbindlich, klingen
aber positiv.

Ob die GEMA wirklich Anlass zur Sorge hat, steht auf einem anderen
Blatt. 

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