3. Februar 2013 08:44

Revolution?

> Dann wirst Du das begründen müssen. 

Ich bin in der dankenswerten Situation, meinen Nahrungslieferanten an
seinem Gesicht wieder zu erkennen. Wer mir ein schlechtes Produkt
andreht, hat mir das letzte mal etwas verkauft. Woher er das Zeug hat
ist seine Sache. Sein Job. Das ist Vertrauen. Das ist stark
abstrahiert ein Modell, dass sich analog aber auch auf Hightech
übertragen ließe. 

> Urheberrecht diskutieren wir gerade, 
> ...snip... - auch wenn
> ich da vermutlich in eine andere Richtung gehe als Du
Ist anzunehmen, obwohl ich selbst Urheber bin (teilw. entlohnt).

> Änderungen am Erbe ist extrem eng verknüpft mit der Schenkung und die
> - snip -
> schnell SEHR extreme Implikationen

Stark verkürzt:
In einem System das Verlierer produziert den Gewinn zu vererben ist,
wie ein neue Runde Monopoly anzufangen mit dem Spielstand des
vorherigen, verlorenen, Spiels. Wer sein Geld zu Lebzeiten nicht in
den Geldkreislauf zurückführt, hat unglückliche Umstände oder etwas
verkehrt gemacht. Das stört jeden freien Markt, wenn Geld nicht
wieder in Umlauf kommt. 

> hin zum chinesischen Völkermord geführt. Auch davon wirkt heute noch
> vieles nach.

Ich dachte mehr an die darwinistische Revolution o. die industrielle
Revolution. Ich denke mehr an eine kopflastige Revolution. 

> man sein um zu meinen, dass man vom Reißbrett etwas besseres
> produzieren und sofort und irreversibel installieren kann, anstatt
> evolutionär und reversibel zu versuchen, das System zu entwickeln.

Das frage ich mich auch, wenn ich an das Bilderberg treffen denke. 
btw. Ich stamme aus einer Stadt, die komplett am Reissbrett entworfen
wurde.  Nach etwa 15 Jahren war abzusehen dass es komplett in die
Hose gehen würde. Dokumentation 
http://www.youtube.com/watch?v=uNgr0bkx0XA
Warum? Es fehlten die "natürlich gewachsenen" Arbeitsplätze. 

> Entweder, man setzt seine Ideale durch. dadurch ist gewöhnlich Gewalt
> nötig, weil sich ein so umfangreicher Konsens nicht erreichen lässt.

Es gibt so viele friedliche Idealisten. Konsens und Vernunft
schließen sich nicht aus.

> Oder man ist nicht Idealist, sondern Realist und schaut, was man am
> aktuellen System verbessern kann.
Ja gerne. Aber bitte nicht mit diesen "pseudo Reförmchen". Wir
Menschen sind weit aus flexibler als man uns zutraut, denke ich. Da
dürfte gern mal mehr Veränderung geschehen.

> Ein Idealist, der nur redet, erreicht dagegen bestenfalls gar nichts.
Der tut aber auch niemandem weh. Der Realist, bombt, raubt, mordet
auf der ganzen Welt, zerstört die Lebensgrundlage für ganz Völker und
kommende Generationen nur für den kurzen Profit. Es ist fast
unmöglich den Produkten der Raubmordmarktwirtschaft entgehen. Schuhe,
Zahngold, Kunstoff o. Handy, egal was, überall klebt das Blut der
Ausbeutung dran. Es ist unschön, zu sehen, wie viel Leid und Elend
Menschen verdrängen können. Selbst wenn die Armut sogar mitten unter
ihnen statt findet. 

> (Übrigens hat auch Gandhi, der nicht nur geredet hat, nichts anderes
> getan, als ein Land ins totale Chaos zu stürzen
Ich denke eher, das es auch mit der Ausbeutung durch realistische
Kolonialmächte zu tun hat. 

> Deswegen kann ich Idealisten in keiner Form leiden.
Das glaube ich dir nicht :) Spielt aber gar keine Rollen.

> den Fingern juckt, wie man vertreten kann, dass eine Aufgabe zwar
> nötig ist, aber man dabei doch bitte die Gefahr eingehen soll, sich
> erschießen zu lassen.

Die Gefahr (selbst getötet zu werden) verhindert weitestgehend, dass
Kriegswaffen missbräuchlich verwendet werden. Die Bundeswehr setzte
sich aus völlig gemischten Teilen der Bevölkerung zusammen. Nur solch
heterogene Systeme haben genug Abwehrkräfte gegen schädliche
Einflüsse. Ist meine Meinung. KRK SanMat +18 verlängert, es war eine
inter. Erfahrung. Ich stehe zu der Bundeswehr und der Wehrpflicht.
Ist unter den ggb Umständen IMHO die klügste Wahl. Von Drohnen,
Streumuniton oder ähnlichen Kriegswaffen halte ich nichts.
Deutschland benötigt sie nicht.

> Der mit Abstand größte Posten bei der Forschung ist Personal. Nicht
> mehr und nicht weniger. Von irgendwas müssen wir nunmal leben.
Maschinen können von der Steuer abgesetzt werden können. Es müsste
IMHO anders  sein. Maschinen dienen den Menschen und müssten
versteuert werden. Menschen die Arbeiten müssten entlastet werden. 

> akzeptable Bewerbung an einen Handwerksbetrieb schicken zu können.
> Wie sollen die jemals Hightech-Forschung machen?
Also, ein wenig mehr Geduld muss man mit seinen Mitmenschen schon
haben. Das ist selbst mir, dem Idealisten, aufgefallen :)

> > Pharma Industrie) Ich bin sicher, die findest du ohne meine Hilfe.
> Und? Das kostet dann nichts?
Ich hab nicht behauptet dass es nichts kostet. Im Gegenteil, ich habe
gesagt, das sogar Teile einer Entwicklung ein Vermarktungs-fähiges
Konzept darstellen können, was du, impliziert, abgestritten hast.

> Du meinst Heile-Welt-Hoffnungen? 
Warum klingt das so abwertend? Was ist verkehrt daran, wenn nicht nur
du, sondern auch deine (entfernten) Nachbarn glücklich und zufrieden
sind?

> Deutschland, das Steuer bei der Bildungssituation wieder rumzureißen
> (erste Schritte: Rückbesinnung zur Zeit vor den ganzen völlig debilen
> Bildungsreformen).
Also noch vor Kohl? Stupides Auswendig lernen mit Rohrstock?

> Im Sozialwesen hoffe ich, das wir wieder mehr vom
> Wohlfahrt- zum Sozialstaat kommen (erste Schritte: gemeinnützige
> Arbeit durch Leistungsempfänger nach Dänischem Modell). Im Prinzip

Ähnliche Gedanken kommen mir auch.
Ich "erforsche" in meiner näheren Umgebung derzeit die "Wohlfahrt"
(kirchlich).
Momentan tendiere ich auch dazu zu sagen, das ist verwaltete Armut.
Es gibt nur keinen "greifbaren" Verantwortlichen, lediglich viele
Menschen die Helfen wollen und damit die Situation
verschlimm-bessern. Meine eigenen Erfahrungen und Informationen aus
dritter Hand sind sehr widersprüchlich.

zThema: Religiöser Unfrieden. Religionen werden aber IMHO immer nur
vorgeschoben um etwas anderes zu erreichen. Macht, Geld, Ressourcen,
strategische Bündnisse, die institutionellen Groß-Kirchen kann ich
auch in ihrer jetzigen, reformierten Art, nicht gut heißen. 

China hat Manpower haben sie, es fehlt irgendwie das Konzept. Ist
aber ein Problem, dass vermutlich in dem totalitären Regime begründet
liegt.

> habe keinen Fernseher und im Internet blockiere ich sie. 
Wer hätte gedacht das wir uns so ähnlich sind. 

> Tatsache ist
> aber nun einmal, dass das für 95% der Menschen nicht gilt. das ist
Deine Einschätzung würde ich jetzt noch mal überdenken, nach dem wir
nun schon zwei sind, ohne Fernseher und mit Addblocker. 

> Als Realist muss ich aber diese Tatsache anerkennen. Idealisten
> neigen dazu, das zu verdrängen und sich ein System zusammenzuspnnnen,
> dass dann an sowas scheitert. 
Seltsam, ich würde den Realisten ja vorwerfen, zu verdrängen, dass
das Monopoly längst zu Ende ist. Der Kapitalismus hat das Spiel
gewonnen. Ich glaub ja aber auch, er (der Kapitalismus) hat in einem
entscheidenden Punkt geschummelt.
Er hat im laufenden Spiel die Regeln ständig angepasst.
Das jetzt gerade und immer wieder Kriege für den Kapitalismus geführt
werden, für den Realisten, der Ideale für Illusorisch hält, finde ich
schon krass. 

> bietet, so dass ich sowas nicht mehr mit anderen Teilen muss. Meinen
> Privatbereich von den Menschen abzuschotten. Warum? weil ich sie
> kenne - und nicht so sein will wie sie.
Ich wünsche dir dein Glück/Erfolg und jemanden mit dem du es Teilen
kannst. 

> Und nein, ich habe keine Hoffnung, das sich das in den nächsten
> Jahrtausenden ändert. Das steckt zu tief in den Genen.
Ich denke, ich weiß was du meinst. Ich gebe zu bedenken, dass
"Vernunft" ähnlich der Zellteilung, im Wachstum exponentiell zunimmt.
Blicke ich zurück, ich kann kaum glauben was in 50 Jahren in
Deutschland alles möglich wurde. Was in den letzten 200 Jahren sich
verändert hat. Die Abstände werden immer kürzer. 

> Ich auch. Nur werden meine Hoffnungen oft durch solche wie Deine
> bedroht.
Das ist aus meiner Perspektive unwahr. 
Immerhin lebe ich in der Realo regierten Welt. Spiele das Spiel nach
den Realo Regeln. Meine Art ist Gewaltfrei. Privatsphäre und
Kommunikation sind Basis des Vertrauens. 
Realisten hingegen katalogisieren, mit wissenschaftlicher Akribie,
bis in den letzten Winkel des Lebens, und manipulieren die
öffentliche Kommunikation. Ich halte Idealisten für eher harmlos. Von
uns ist nichts zu befürchten. Im Gegenteil, oft adaptieren Realisten
unsere Ideen und es gibt nicht mal ein Danke. 

Es war für mich, jetzt doch mal interessant zu sehen, wo
Überschneidungen sind, und wo die Differenzen überwiegen. 

Wenn wir beide nun, unabhängig voneinander, die maßgebliche
Differenzen niederschreiben sollten, wäre ich überrascht, wenn es die
gleichen Punkte beträfe. Kommunikation dieser Art ist immer stark
verlustbehaftet.

Mit respektvollen Grüßen,
yt


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