20. Februar 2013 22:14

"Shitstorm" im Bundestag, Symbolpolitik und Unglaubwürdigkeit

Würde sich das Volk über ein wenig genehmes Thema erregen, gäbe es
gute Chancen, "Shitstorm" statt "Schwere Vorwürfe" in der Titelzeile
zu finden. Im Bundestag sind es natürlich besorgte Volksvertreter,
denen die Menschenfreundlichkeit aus den Ohren quillt.

Thema Symbolpolitik. Es ist eigentlich völlig bescheuert, sich hier
einzuklinken, weil damit indirekt die sich fortlaufend wiederholende
Symbolpolitik gerechtfertigt wird, aber jeglichen Mist zu ignorieren
schaffe ich einfach nicht. Die Frage ist jedenfalls immer wieder die
gleiche: was ändert sich wirksam, konkret und allgemeingültig (nicht
nur auf den herausgepickten Spezialfall bezogen)?

Frage mich nebenbei gerade, ob es vielleicht schon mal untersucht
wurde, welche Eigenschaften ein erfolgreicher Politiker
durchschnittlich mitbringt. Parteinetzwerken samt gelegentlichem
Meucheln von Konkurrenten, Rhetorik und Pressearbeit sowie
öffentliche Präsenz, vielleicht noch ein netter Titel dazu?

Glaubwürdigkeit. Hier hat die Politik bei mir zunehmend "Potenzial
nach oben". Wenn ich nun das Geheul betreffs Amazon sehe und dass
gerade mal ein Vierteljahr zuvor schlechte Arbeitsbedingungen und
Niedriglöhne im Bundestag das Thema waren - nächstschlechtester Link
dazu:
> http://www.focus.de/politik/deutschland/niedriglohnjobs-im-parlament-focus-online-community-ist-empoert-ueber-sklaverei-im-bundestag_aid_876541.html
dann muss ich meine Skala mal wieder nach unten erweitern.

Kurzum: holt die Mistgabeln raus und zieht gegen die Heuchler ;-)

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