Weltweit engagieren sich Wissenschaftler und Bürgerrechtler dafür die
unseligen, fortschrittshemmenden Schutzfristen zu verkürzen. Und die
EU-Politiker werden von Lobbyisten der Phonoindustrie 4 Jahre lang
beackert bis sie ihren Willen wider besseres Wissen bekommen.
Hatten wir dieses Thema nicht auch im Bundestag, als der Regierung
vorgeworfen wurde lediglich den Interessen der Industrie und des
Kapitals zu dienen? Zu Lasten des Volkes? Die EU ist nicht anders und
verlängert zum zweiten Mal den Plattenfirmen die Schutzfristen.
Wenn ein Erfinder ein geniales Produkt erfindet, dann kann er es mit
viel Geld und Aufwand maximal 20 Jahre lang schützen lassen. Und wenn
ein Sänger vors Mikrophon tritt, dann ist die Aufnahme 70 Jahre ab
Veröffentlichung geschützt? Was für eine verquere Logik.
Angeblich ist nur mit Hilfe der Schutzfristenverlängerung eine
Nachwuchsförderung möglich. Was für ein Humbug! Plattenfirmen sind
nicht das Goetheinstitut und sind der hehren Kultur nicht
verpflichtet. Plattenfirmen suchen Interpreten und Aufnahmen die sie
massenhaft verkaufen können. Die Nachwuchsförderung von begabten
Künstlern steht dabei an letzter Stelle.
Man sollte den Begriff „Schutzfrist“ auch ersetzen. Denn geschützt
werden offenbar nur die Plattenfirmen.
Übrigens war diese Verlängerung keine grossartige Abstimmung in
Parteien. Das hat Kulturstaatsminister Neumann ganz selbstherrlich so
entschieden. Herr Neumann ist auch schon dadurch aufgefallen, das er
Positionen der GEMA wortwörtlich vorgetragen hat. Der Mann macht sich
noch nicht mal die Mühe so etwas umzuformulieren.