17. November 2012 02:19

Wer will das?

Chaos_deluxe schrieb am 16. November 2012 10:09

> Alleine die Standardisierung aller Schnittstellen, die benötigt
> werden um leistungsfähige APPs in HTML5 zu schreiben wird allen
> Systemen zu gute kommen. Dafür schon mal vielen Dank. Auch wenn
> Firefox OS nicht der Renner werden sollte so wäre es zumindest ein
> gutes "Proof of Concept" dafür, das man HTML/Javascript so performant
> implementieren kann, da man damit sinnvolle APPs schreiben kann.

Wer tut sich das denn freiwillig an? Wenn ich mir in JavaScript
geschriebene Anwendungen anschaue, die derzeit meist einen Browser
als Host voraussetzen, und dann daran denke, wie der Kram entwickelt
wird, wie viel Spaß und Freude das Debuggen macht - insbesondere wenn
irgendeine Witzfigur anfängt so Dinge wie CoffeScript, Objective J
o.ä. einzusetzen - und dann das HTMl scriptgesteuert via Framework
oder sogar selbstgefrickelt generieren lässt, dann kann ich gar nicht
so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Der Scheiß, der da mit 99%iger Sicherheit ausgeliefert wird, ist
aufgeblähte, gequirlte Standardkacke. Ungefähr so wie die Office
Formate, die ja auch auf Standards wie z.B. XML aufsetzen etc. pp.

Ja, da werden Standards eingesetzt, aber in einer Art und Weise, die
nüchtern betrachtet nur in Abhängigkeit des jeweiligen Projektscopes
- wenn überhaupt - einen Sinn ergibt.

Ja, der Trend geht immer noch in Richtung Cloud und immer mehr
Anbieter wollen die Anwendungen nicht mehr "herausrücken", sondern
auf ihren Serverfarmen betreiben - senkt das doch Kosten für
Logistik, Wartung, Material & Co. - aber solange es keine wirklich
brauchbaren JavaScript Debugger gibt, keine sauber rendernden
Frameworks, keine akzeptable Unterstützung von CSS, keine strenge
Typisierung etc. pp. ist das ein riesen Scheiß und eher ein
"ausgebauter Notbehelf" als etwas, womit ich auf Ewig leben will...
Und ja, ich kenne die Tools, die mit oder für verschiedene Frameworks
verfügbar sind wie z.B. Atlas, Sencha, Maqetta und wie sie alle
heißen...

Natürlich kann man tolle Apps und Spiele mittlerweile mit HTML5, CSS
und JavaScript entwickelt. Wird ja auch gemacht. Und für iOS kann man
auch schon länger diese Technologien nutzen. Auch auf
Android-Geräten. Aber man kann sich auch von hinten ein Loch ins Knie
bohren.

Der "Wow"-Effekt, das ein Hauch von Desktopfeelings in die Webapps
einfließt, nutzt sich relativ schnell ab und die Ernüchterung kommt,
wenn man nach kurzer Zeit merkt, was alles nicht geht. Das mag mit
Mailclients und den üblichen Webapps nicht ins Gewicht fallen - so
wie es aber komplexer wird, merkt man es doch - und stellt außerdem
meist ganz erstaunt fest, das man dann in der Praxis doch selten nur
mit HTML, CSS und JavaScript auskommt, sondern noch irgendwas auf dem
Server braucht. Aber halt... Es gibt ja mittlerweile sogar supertolle
JavaScript Compiler... *seufz*...


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