16. November 2012 17:43

diversifizieren - Re: Think big! - Re: Mal realistisch- GEHT NICHT!!!!!

Daelach schrieb am 16. November 2012 14:11
> Ulriko schrieb am 16. November 2012 13:07

> > Wenn je einer kommt. Wenn nicht, wird es
> > eng - die Technik des Raumschiffs verfällt ja irgendwann
> Keine Technik hält Jahrtausende. Außer großen Steinmonumenten, die
> man nicht als Technik in dem Sinne gelten lassen kann. Fähigkeit zur
> Selbstwartung muß schon vorgesehen sein.

> > und selbst das größte denkbare Raumschiff wird viel zu
> > klein sein, um die ganze Technik herzustellen, die benötigt
> > wird
> Kommt auf die Technik an. Und ob man das mit möglichst wenig
> unterschiedlichen Sachen anstrebt, Stichwort interchangability.

Ohne Computer bzw. Halbleiter und Elektronik wird es sehr mühsam, 
den Standard zu halten. Dafür benötigt man aber eine umfangreiche
Industrie mit vielen Prozessschritten. Das Thema wird sich also
nach einigen Jahrzehnten erledigt haben, es sei denn, das Raumschiff
hat die Bevölkerung der Niederlande, was unrealistisch sein dürfte.

Das andere Extrem wäre ein Standard auf Steinzeitniveau. Dann
würden die Reisenden aber nach und nach vermutlich das Wissen
um die minimal nötige Raumschifftechnik nicht aufrechterhalten
können.

Auf Siebzigerjahreniveau könnte es gehen. Bleibt das Problem
des Treibstoffs und der Energiequelle, wenn man das nächste
Sonnensystem wenigstens in 10.000 Jahren erreichen will und
nicht erst in 1 Million Jahren.

> > (vom Rohstoffproblem
> > mal abgesehen - jede Tonne irgendeines Rohstoffs, die man
> > von einem Planeten abgreifen wollte, würde gewaltige 
> > Energiemengen verschlingen).
> Deswegen begibt man sich auch nicht auf so eine Gravitationssenke,
> sondern bedient sich bei Asteroiden.

Die man bei steigender Reisegeschwindigkeit wie einfängt?
Jeder Asteroid mit nur 100g Metall hätte bei der nötigen
Reisegeschwindigkeit meist Differenzgeschwindigkeiten, die
ihm eine kinetische Energie geben, die jedes Einfangen völlig 
unmöglich machen bzw. das Raumschiff sofort zerstören würde.

> > Alles auch eine Zeitfrage... aber vermutlich empfinden die
> > Reisenden der 10. Generation auf dem Schiff gar keinen
> > Wunsch mehr nach einem Leben auf "erdähnlichen" Planeten und 
> > bleiben für "immer" an Bord.
> Wohl kaum, weil die dann nämlich genau das Problem in verschärfter
> Form hätten, dessentwegen sie überhaupt erst losgeflogen sind. Kommt
> ein Meterorit, haut durch die Hülle, alle tot. Also muß man Standorte
> diversifizieren.

Bei den zu erwartenden Reisezeiten zwischen Sonnensystemen
wird das sowieso so sein. Aber nach zehn Generationen an
Bord sind sie sowieso gerade erst losgeflogen, haben das 
Leben auf der Erde aber längst vergessen. Dass sie nach
weiteren 100 Generationen schon durchlöchert sind wie 
schweizer Käse, aber immer noch 99% der Strecke bis zum
ersten Sonnensystem vor sich haben, in dem es mit einer
Wahrscheinlichkeit von >99% keinen "erdähnlichen" Planeten 
gibt, macht die Sache nicht besser.

"Diversifizieren" ist somit eine völlig theoretische Option,
denn es bedeutet lediglich, dass mehrere Raumschiffe nach
10.000 Jahren an verschiedenen Stellen des Alls herumtreiben.

Und das Allerbeste: Für die Erdbewohner wäre es letztlich 
völlig egal, ob das Raumschiff nach 10.000 Jahren zerstört
ist an einem Planeten in Alpha Centauri vorbeifliegt.

Ulriko


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