22.08.2007 08:51
Zukünftig sollen auch Mobiltelefone 3D-Grafik mit einem zusätzlichen Chip beschleunigen. Laut Bob Shakib von Qualcomm CDMA Technologies könnte bereits in naher Zukunft die Handy-Grafik der der Xbox 360 gleichen; durch die Hardware-Beschleunigung würde sogar der Akku des Mobiltelefons geschont.
3D-Spiele sollen auf Handys mit mobilen Grafikchips von Qualcomm besser aussehen und flüssiger laufen.
Qualcomm stellte auf der Games Convention Developer Conference (GCDC) in Leipzig eine Demo des Handy-Spiels "Neo Core" vor. Die Demo lief mit 36 FPS, verwendete 2,33 MByte an Texturen und zeigte Partikel- und Bump-Mapping-Effekte. Dank der neuen "Q3Dimension" genannten Technik können 3D-Modelle mit bis zu 4000 Polygonen berechnet werden. Die maximale Auflösung beträgt 640 × 480 Pixel und das Mobilgerät kann die Videoausgabe auf einen Fernseher umleiten. Die Hardwarebeschleunigung arbeitet entweder auf OpenGL-ES-Basis oder auf Windows-Mobile-Telefonen mit einer mobilen Version von Direct3D. Der Chip kann darüber hinaus Filme in MPEG-4 AVC (H.264) sowie MP3- und AAC-Ton dekodieren und den Hauptprozessor des Handys entlasten.
Ein Handy-Prototyp von LG mit Qualcomm-Chip zeigte ein 3D-beschleunigtes Rennspiel.
Fraglich ist allerdings, ob es ausreichend Anwender gibt, die 3D-Spiele auf einem Handy überhaupt spielen wollen. Denn die Eingabemöglichkeiten sind beschränkt und Spiele lassen sich in der dritten Dimension meistens nur umständlich steuern. So scheiterte bereits das N-Gage von Nokia, das zwar 3D-Grafik, aber keine spaßigen Spiele zu bieten hatte. Die überaus erfolgreiche Taschenkonsole Nintendo DS verzichtet hingegen weitgehend auf 3D-Grafik. Kassenschlager wie "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" setzen eher auf übersichtliche 2D-Bilder und einfache Bedienung.
Auf einem weiteren Prototypen lief das aufwändige Spiel "NeoCore". Dank Videoausgang kann man das Bild auch auf einem externen Display sehen.
Um die Entwicklung neuer Spiele anzukurbeln, gründete Qualcomm die 100 Million Gaming Phone Alliance, die den Markt für 3D-Handy-Spiele vergrößern soll. Sie soll mit Mobiltelefonherstellern und Spieleentwicklern eng zusammenarbeiten. Ob es aber tatsächlich eine Nachfrage für Xbox-360-Grafikeffekte auf winzigen Handy-Displays gibt, muss sich erst noch zeigen. (Dennis Schirrmacher) / (Dennis Schirrmacher)
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(hag)
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