Wenn es nach AMD geht, beginnt mit dem Athlon 64 und dem potenteren Athlon 64 FX heute eine neue PC-Ära: Die x86-Familie wird 64-bittig. Außer diesen beiden
AMD64-Prozessoren gibt es für 64-Bit-Desktops zurzeit nur den
IBM PowerPC 970 auf dem Markt, den Apple als G5-Prozessor in den
neuen Power-Macs einsetzt.
AMD bringt zunächst zwei AMD64-Prozessoren für Desktops heraus, den Athlon 64 3200+ mit 2,0 GHz Taktfrequenz (erste Straßenpreise liegen bei 500 Euro) sowie den teureren und leistungsfähigeren Athlon 64 FX-51 mit 2,2 GHz Taktfrequenz. Die beiden Athlon-64-Versionen haben zwar denselben Rechenkern und jeweils 1 MByte L2-Cache gemeinsam, passen aber nicht auf dieselben Mainboards: Der Athlon 64 ist der ursprünglich einzige für Desktop-Rechner angekündigte
Clawhammer-Prozessor, für den zahlreiche Mainboard-Hersteller bereits auf der CeBIT 2003 Sockel-754-Platinen zeigten. Mit dem
ALi M1687, dem
Nvidia nForce3 150, dem
SiS755,
SiS760 und dem
VIA K8T800 steht eine breite Palette an Chipsätzen bereit, die moderne Schnittstellen wie AGP-8X, Serial ATA oder USB 2.0 bieten. Der Athlon 64 steuert einen Speicherkanal direkt ohne Umweg über einen Chipsatz an und ist für PC3200-RAM aus DDR400-Chips ausgelegt.
Der Athlon 64 FX ist eigentlich ein Opteron, hat also den
Sledgehammer-Kern, dessen zweikanalige Speicher-Schnittstelle PC3200R-DIMMs, also Registered-DIMMs aus DDR400-Chips (mit oder ohne ECC) ansteuert. Der Athlon 64 FX läuft auf Sockel-940-Mainboards wie für die Opteron-100-Serie, wenn diese für DDR400/PC3200R zertifiziert sind. Chipsätze wie der AMD-8000 ermöglichen Workstation-Mainboards mit PCI-X- und AGP-Steckplätzen.
In
c't 20/03 (seit gestern am Kiosk) findet sich ein
ausführlicher Leistungsvergleich zwischen den beiden neuen Athlon-64-Typen, den Opterons, dem Athlon XP, Intels Pentium 4 sowie dem Power Mac G5. In vielen Benchmarks wie dem SPEC CPU2000 und vor allem bei 3D-Spielen setzt sich der Athlon 64 FX-51 im Vergleich zum Pentium 4 mit 3,20 GHz an die Spitze, besonders beim Einsatz von High-End-Grafikkarten; schneller als der Athlon XP ist er sowieso. Alle Vergleiche finden mit 32-Bit-Software statt, weil ein 64-Bit-Windows für AMD64 noch fehlt. Linux ist da schon weiter, es sind bereits einige 64-Bit-Distributionen auf dem Markt. Optimierte Software, die tatsächlich deutliche Geschwindigkeitsvorteile aus der AMD64-Technik zieht, fehlt allerdings noch.
| Prozessor |
Taktfreq. |
BAPCo
SYSmark 2002 |
3DMark 2001SE
1024x768x32 |
SPEC CPU2000,
int_base2000 |
SPEC CPU2000,
fp_base2000 |
| Athlon 64 FX-51 |
2,2 GHz |
322 |
10816 |
1399 |
1406 |
| Athlon 64 3200+ |
2,0 GHz |
287 |
10887 |
1266 |
1188 |
| Athlon 3200+ |
2,2 GHz |
277 |
10470 |
1011 |
911 |
| Pentium 4 |
3,2 GHz |
332 |
10625 |
1200 |
1192 |
jeweils Windows XP, 512 MByte RAM, MSI-Grafikkarte mit GeForce FX 5600, 128 MByte
Chip-Weltmarktführer Intel hat zwar
eine Lizenz zur Implementierung der AMD64-Fähigkeiten in eigenen Produkten, hält die Zeit aber noch nicht für reif für den 64-Bit-Desktop. Intel versucht mit langsam wachsendem Erfolg, die eigene 64-Bit-Architektur IA64 in Form des Itanium 2 im Server-Bereich zu etablieren, wo 64-Bit-Prozessoren (etwa von IBM, Sun oder HP/Compaq) seit Jahrzehnten etabliert sind.
| Prozessor |
Taktfrequenz |
L2-Cache |
Speicher-Anbindung |
1000-Stück-OEM-Preis [US-Dollar] |
| AMD Athlon 64 FX (Sledgehammer, 0,13 µm, Sockel 940) |
| Athlon 64 FX-51 |
2,20 GHz |
1024 KByte |
2xPC3200R (DDR400, Registered) |
$733 |
| AMD Athlon 64 (Clawhammer, 0,13 µm, Sockel 754) |
| Athlon 64 3200+ |
2,00 GHz |
1024 KByte |
1xPC3200 (DDR400) |
$417 |
| AMD Athlon XP (Model 10, Barton, 0,13 µm, Sockel A) |
| Athlon XP 3200+ |
2,2 GHz |
512 KByte |
FSB400 |
$464 |
| Athlon XP 3000+ |
2,10 GHz |
512 KByte |
FSB400 |
$464 |
| Athlon XP 3000+ |
2,17 GHz |
512 KByte |
FSB333 |
$265 |
| Athlon XP 2800+ |
2,08 GHz |
512 KByte |
FSB333 |
$180 |
| AMD Athlon XP (Model 8, Thoroughbred, 0,13 µm, Sockel A) |
| Athlon XP 2700+ |
2,17 GHz |
256 KByte |
FSB333 |
$137 |
| AMD Opteron 100 (Einzel) (Sledgehammer, 0,13 µm, Sockel 940) |
| Athlon Opteron 146 |
2,0 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$669 |
| Athlon Opteron 144 |
1,8 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$438 |
AMD Opteron 200 (Dual) (Sledgehammer, 0,13 µm, Sockel 940, 1 kohärenter HyperTransport-Link) |
| Athlon Opteron 246 |
2,0 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$794 |
| Athlon Opteron 244 |
1,8 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$455 |
AMD Opteron 800 (4- bis 8-Wege) (Sledgehammer, 0,13 µm, Sockel 940, 3 kohärente HyperTransport-Links) |
| Athlon Opteron 846 |
2,0 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$3199 |
| Athlon Opteron 844 |
1,8 GHz |
1024 KByte |
2xPC2700R (DDR333, Registered) |
$1299 |
Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Tagen zahlreiche preiswerte Komplettsysteme mit dem Athlon 64 3200+ auf den Markt kommen; Rechner mit dem teureren Athlon 64 FX dürften als High-End-Modelle mit leistungsfähigen Grafikkarten und entsprechenden Preisen zu haben sein. Der Einzelhandelspreis des Athlon 64 FX-51 dürfte deutlich über 800 Euro liegen, die passenden PC3200R-Speichermodule sind noch rar gesät. Immerhin sind bereits preiswerte Sockel-940-Mainboards zu bekommen.