05.12.2006 10:42
Aus der 65-Nanometer-Chipfertigung in der Dresdner AMD-Fab 36 kommen nun die ersten Prozessoren auf den Markt. AMD stellt zunächst vier Dual-Core-CPU-Versionen aus der besonders sparsamen Energy-Efficient-Baureihe (EE) vor, die sich vom Leistungspotenzial und den Preisen her in das bisherige Prozessorenangebot für AM2-Mainboards einreihen.
Bei den 65-nm-Prozessoren spricht AMD auch von der "Revision G" seiner AMD64-Kerne; wie die im Sommer eingeführten Revision-F-Kerne (90 nm) enthalten sie einen zweikanaligen DDR2-Speichercontroller. Die Revision-G-Kerne bringen nur minimale Neuerungen im Vergleich zu ihren Vorgängern, im Wesentlichen sind sie "geschrumpfte" Ausführungen der 90-Nanometer-Produkte.
| Prozessor | Takt- frequenz | Leistungs- aufnahme [TDP] | L2-Cache | OEM-Preis [US-Dollar] |
|---|---|---|---|---|
| Athlon 64 X2 5000+ EE | 2,60 GHz | 65 Watt | 2 x 512 KByte | 301 |
| Athlon 64 X2 4800+ EE | 2,50 GHz | 65 Watt | 2 x 512 KByte | 271 |
| Athlon 64 X2 4400+ EE | 2,30 GHz | 65 Watt | 2 x 512 KByte | 214 |
| Athlon 64 X2 4000+ EE | 2,10 GHz | 65 Watt | 2 x 512 KByte | 169 |
Eine neue Fähigkeit der 65-nm-Kerne ist die Einstellung "halber" Multiplikatoren zwischen der HyperTransport- und System-Basisfrequenz von 200 MHz und der Taktfrequenz der Rechenkerne; diese können deshalb nun Taktfrequenzen von 2,1, 2,3 und 2,5 GHz erreichen. AMD verwendet dafür dieselben Typenbezeichungen wie für die mittlerweile nicht mehr produzierten Doppelkerne mit 2 x 1 MByte L2-Cache, aber etwas geringerer Taktfrequenz (wie den Athlon 64 X2 4400+ EE).
Die Prozessoren aus der EE-Baureihe arbeiten nicht nur sparsamer als die gewöhnlichen Athlon-64-X2-Chips, sondern gehören auch zum längerfristig stabilen Produktprogramm für Firmen-Bürocomputer (Corporate Stable Image Program, CSIP). Nach Messungen im c't-Labor arbeiten bereits die normalen (aber kaum noch billigeren) Athlon-64-X2-Prozessoren dank ihrer Cool-and-Quiet-Funktion im unbelasteten Zustand (On/Idle) deutlich sparsamer als Intels Core 2 Duo im LGA775-Gehäuse für Desktop-Rechner, für den Intel eine Leistungsaufnahme im Halt-Modus von 22 Watt spezifiziert. Unter Volllast jedoch sind Rechner mit Core 2 Duo typischerweise deutlich genügsamer als ähnlich ausgestattete Systeme mit Athlon 64 X2 (89 Watt). Beim Einsatz eines AMD-EE-Prozessors liegen AMD-Rechner unter Volllast nur noch wenig über einem Core-2-Duo-PC; den On/Idle-Leistungsbedarf des Gesamtsystems beeinflussen die EE-Prozessoren praktisch nicht, weil die restlichen Komponenten von Desktop-Rechnern (Chipsatz, Festplatte, Speicher, Wandler- und Netzteilverluste) zusammen meistens mehr Energie schlucken als unbelastete AMD64-Prozessoren mit eingeschalteter Cool-and-Quiet-Funktion.
Auffallend an den ersten 65-nm-Kernen von AMD ist, dass ihre nominelle Betriebsspannung mit 1,25 bis 1,35 Volt tendenziell etwas höher liegt als bei ihren 90-nm-EE-Vorgängern (1,20 bis 1,25 Volt).
Die 65-nm-Fertigungstechnik hat AMD gemeinsam mit IBM in Dresden und East Fishkill entwickelt. Wie schon die 90-nm-Fertigungstechnik (Automated Precision Manufacturing, APM) soll auch die 65-nm-Technik (APM 3.0) beim Auftragsfertiger Chartered in Singapur zum Einsatz kommen, um zusätzliche Produktionskapazitäten zu schaffen.
In den nächsten Jahren will AMD die bisherige Fab 30 in Dresden zur 300-mm-Wafer-Fab-38 umrüsten und bis 2010 in Malta im US-Bundesstaat New York (und damit also nicht weit vom IBM-Standort East Fishkill entfernt) eine neue 32-nm-Fab aufbauen. Zwischenzeitlich soll 2008 zunächst in Dresden und später auch bei Chartered die ebenfalls gemeinsam mit IBM entwickelte 45-nm-Fertigung anlaufen.
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