Jüngsten Erhebungen der Speicherbörse
DRAMeXchange zufolge konnten die Hersteller von so genannten Third-Party-DRAM-Modulen im vergangenen Jahr mit Produkten unter ihrer jeweiligen Eigenmarke insgesamt über 6,3 Milliarden US-Dollar umsetzen. Die Erlöse blieben damit allerdings deutlich unter dem Wert des Vorjahres, der noch bei über zehn Milliarden US-Dollar lag. Dennoch konnten die Hersteller laut DRAMeXchange genügend Überschüsse erzielen, um für die erforderlichen Investitionen in 12-Zoll-Wafer-Fabriken und 70-nm-Fertigungstechnik gerüstet zu sein.
Nach Einschätzung der Marktexperten profitierten die Hersteller von einem höheren Speicherbedarf in Folge der Einführung von Windows Vista. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres sei die durchschnittliche, pro PC ausgelieferte Speicherkapazität von 512 MByte auf ein GByte gestiegen. Die OEM-Produzenten der Rechner konnten den gestiegenen Bedarf nicht über ihre bevorzugten Lieferanten decken und vergaben daher mehr Aufträge an Third-Party-Anbieter.
Unter den Top-20-Herstellern weltweit bauten vor allem taiwanische Unternehmen ihre Marktposition im Vergleich zu 2005 deutlich aus. Neben neun US-Firmen finden sich nun auch neun Hersteller aus Taiwan unter den 20 größten Produzenten von DRAM-Modulen. Während die amerikanischen Unternehmen gut 60 Prozent des Gesamtmarktes abdecken, konnten sich die taiwanischen Hersteller nun auf 37 Prozent steigern. Eine Ausnahmestellung nimmt dabei
Kingston Technology ein. Der Marktführer aus den USA belegt mit über 20 Prozent Marktanteil eine unangefochtene Spitzenstellung.
Kingston erzielte 2006 Umsätze in Höhe von rund 1,8 Milliarden US-Dollar und damit mehr als die vier nächsten Verfolger zusammen. Den größten Sprung gegenüber dem Vorjahr schaffte die taiwanische
Transcend Information Incorporated. Der Hersteller steigerte seinen Umsatz auf 352 Millionen US-Dollar und verbesserte sich von Rang neun auf den vierten Platz. Der größte taiwanische Anbieter
A-Data festigte seinen zweiten Rang, während
Apacer deutlich Boden gutmachen konnte und jetzt den sechsten Rang belegt (Platz 14 im Vorjahr).
TwinMOS schob sich nicht zuletzt aufgrund der Fusion mit Memory Devices auf den neunten Platz vor.
Die Gründe für den Aufschwung der Third-Party-Anbieter aus Taiwan sehen die Marktexperten in deren erfolgreicher weltweiter Expansion – insbesondere auch in die so genannten Emerging Markets wie den Mittleren Osten, Russland, Indien, China und Südamerika. So verfügt beispielsweise Transcend über eine starke Marktposition in Europa und dem Mittleren Osten, während Apacer seine Aktivitäten in Australien und Europa konsequent ausbaut. Die Hersteller aus den USA hingegen konzentrieren sich – mit Ausnahme von Kingston – überwiegend auf den heimischen amerikanischen Markt, der nur noch geringe Wachstumsmöglichkeiten bietet.
Top-10-Anbieter von Third-Party-DRAM-Modulen 2006
(Umsatz in Millionen US-Dollar)
| |
Umsatz 2006 |
Marktanteile 2006 |
Rang 2006 |
Rang 2005 |
| Kingston |
1.800 |
20,5 % |
1 |
1 |
| A-Data |
631,4 |
7,2 % |
2 |
2 |
| Smart Modular |
482,0 |
5,5 % |
3 |
3 |
| Transcend |
352,0 |
4,0 % |
4 |
9 |
| MA Labs |
335,0 |
3,8 % |
5 |
6 |
| Apacer |
303,0 |
3,5 % |
6 |
14 |
| Crucial |
292,0 |
3,3 % |
7 |
5 |
| Corsair |
285,0 |
3,2 % |
8 |
8 |
| TwinMOS |
282,0 |
3,2 % |
9 |
12 |
| Geil |
272,0 |
3,1 % |
10 |
7 |
| Andere |
3.726 |
42,5 % |
|
|
| Gesamtmarkt |
6.300 |
100,0 % |
|
|
Quelle: DRAMeXchange, 2007