03.12.2009 08:51
Ein echter Deal bahnt sich oft erst im Endspurt an. Bis vor wenigen Tagen sah es danach aus, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen nur heiße Luft produzieren würde. Dann kündigte US-Präsident Obama überraschend sein persönliches Erscheinen an, bei dem er das Angebot der USA überbringen will, die amerikanischen CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 2005 bis 2020 um 17 Prozent zu reduzieren. Und einen Tag später stellte auch Chinas Premier Wen Jiabao ein substanzielles Ziel für mehr Energieeffizienz im Reich der Mitte in Aussicht.
Seitdem wächst bei Analysten, Ökonomen und Technologie-Entwicklern die Hoffnung, dass der elftägige Verhandlungsmarathon doch noch in einem neuen Klimaschutzpakt enden könnte – und den Markt für neue, bessere Energietechnik beflügelt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe in einer aktuellen Analyse.
„Das wäre ein wichtiges langfristiges Signal an den Markt, dass sich etliche Nationen verpflichten, etwas zu tun. Besonders in den USA wartet man seit Langem darauf“, urteilt Ethan Zindler, der das US-Geschäft für das Londoner Beratungsunternehmen New Energy Finance leitet. Obamas Ankündigung könnte zugleich der Hoffnung entsprungen sein, dass ein Erfolg in Kopenhagen das neue Gesetzespaket zu Energie und Klima durch den Kongress trägt. Es sieht weitere Anreize für erneuerbare Energien und Großdemonstrationsprojekte zur CO2-Speicherung vor.
Nach Ansicht von Graciela Chichilnisky, Ökonomin an der Columbia University in New York und Architektin der CO2-Handelsinstrumente des Kioto-Protokolls, wird ein Deal in Kopenhagen Obamas Zielmarke eher noch übertreffen. „Das ist das Minimum, das dabei herauskommen wird“, sagt Chichilnisky.
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