09.08.2007 11:46
Ärzte, Krankenkassen, technische Experten et cetera diskutieren seit geraumer Zeit über das Thema Telematik im Gesundheitswesen – nur die Patienten fragt niemand. Das möchte die Barmer , nach eigenen Aussagen Deutschlands größte Krankenkasse, nun ändern und mit ihren Versicherten die elektronische Gesundheitsakte (eGA) erproben. "Die Interessenlage der Versicherten und Patienten ist bisher der blinde Fleck in der Diskussion," sagt Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer, und "Versicherte selbst können die Vorteile und den Nutzen einer elektronischen Gesundheitsakte am besten bewerten und Hinweise für eine sinnvolle Anwendung geben."
In dem nun initiierten Forschungsprojekt können alle Barmer-Versicherten, die sich beteiligen wollen, in einer webbasierten elektronischen Akte alle ihre persönlichen und gesundheitsrelevanten Informationen ablegen, verwalten und von überall aus einsehen. Außerdem sollen eigens entwickelte Informationstools rund um Prävention, Gesundheit und Medizin die Versicherten über spezielle Themen und Interessen informieren – etwa Elternschaft, Krebs, Selbsthilfegruppen, chronische Erkrankungen et cetera.
Untersucht werden im Rahmen des Vorhabens
– Nutzen und Auswirkung der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) durch und auf das Verhalten von Patienten und Leistungserbringern,
– Auswirkung auf Kooperationen und Abstimmung des Behandlungsverlaufs,
– Die Bedeutung der eGA für den Stand der Gesundheitsinformation, das -verhalten sowie Möglichkeiten der gesundheitlichen Beratung und Aufklärung,
– Auswirkungen auf die aktive Einbeziehung der Patienten in den Behandlungsverlauf und auf die individuellere personenzentrierte Behandlung
– Auswirkung der eGA auf die Leistungsinanspruchnahme.
Groß geschrieben werden laut Barmer Sicherheit und Datenschutz bei dem Projekt. Man habe diesbezüglich mit Technikern und Datenschützern zusammengearbeit, so war aus der Presseabteilung zu hören, und sich erst zufrieden gegeben, nachdem alle Aspekte hinreichend geklärt waren.
Die Daten werden verschlüsselt auf einem zentralen Server liegen, Zugriff erhält ausschließlich der Versicherte mittels seiner persönlichen Zugangsdaten. Nur er kann die Weiterleitung an beispielsweise Ärzte veranlassen. Von zentraler Bedeutung ist außerdem die Aufklärung der Patienten über alle Risiken im Zusammenhang mit dem Zugriff auf die Daten. Diese werde umfassend erfolgen, so die Pressestelle.
Start des Projektes ist im Herbst dieses Jahres. Barmer-Versicherte erhalten vorher alle relevanten Informationen und können sich dann freiwillig zur Teilnahme melden.
Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:
(ur/iX)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Kommentare lesen (19 Beiträge)
Die einen lassen sich impfen, die anderen schwören auf Hausmittel. Auch wenn Wadenwickel bei einer Pandemie nicht unbedingt das Mittel der Wahl sind, bei einer herkömmlichen Erkältung haben sie sich allemal bewährt.
mehr…
Wer Kundendaten in zwei Systemen speichert, braucht Mechanismen zum Abgleichen zwischen ihnen. Kostengünstig lässt sich unter anderem das freie Werkzeug Pentaho Data Integration dafür verwenden.
mehr…
Jahrelang galt Palm als die PDA-Firma: Ihre Organizer waren die ersten in großen Stückzahlen verkauften. Doch dann folgte ein langer Niedergang, den nun ein Smartphone mit neuer Technik beenden soll: der Palm Pre.
mehr…
W3C: XMLHttpRequest als "Last Call"
Neue Veranstaltungsreihe: Rechenzentren & Infrastruktur
Machtpoker um die Vergabe von IP-Adressen und die DNS-Aufsicht
ENISA-Studie hilft bei Risikoabschätzung für Cloud Computing
ONLINE MARKT
Werbung