26.05.2009 09:27
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geht bei der Debatte um "Killerspiele" auf Gegenkurs zum CSU-Nachwuchs in der Jungen Union und der katholischen Jugend. Herrmann zeigte sich gestern "sehr überrascht", dass sich JU-Chef Stefan Müller und der Bund der deutschen katholischen Jugend Bayern (BDKJ) gegen ein Verbot der Ego-Shooter ausgesprochen haben. "Ich gehe zugunsten des BDKJ davon aus, dass er nicht weiß, wie brutal und gewaltverherrlichend solche Killerspiele sind." Diese brutalen Killerspiele seien keine geeignete Freizeitbeschäftigung für junge Menschen.
Bayern werde deshalb den Weg des aktiven Jugendschutzes weitergehen. Für Extremfälle und insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen müssten strafrechtliche Beschränkungen greifen. "Spiele mit gewaltverherrlichenden und menschenverachtenden Inhalten sind zu verbieten", sagte Herrmann. Zurecht ist ihre Herstellung und Verbreitung schon nach geltendem Recht strafbar.
In Karlsruhe, wo seit Tagen über eine für den 5. Juni geplante Computerspiele-Veranstaltung gestritten wird, zeichnet sich derweil eine Entscheidung ab. In einer Sondersitzung will die CDU-Fraktion heute ein Verbot fordern (PDF-Datei) – gegen den ausdrücklichen Willen des eigenen Parteifreundes, Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Bislang spricht sich die Stadtspitze gegen eine Absage der Intel Friday Night Games aus, weil sie nach eigenen Angaben keine gesetzliche Handhabe besitzt. Auch die Grünen fordern eine Absage, falls die "Killerspiele" nicht eingeschränkt werden. Zusammen haben die beiden Parteien eine Mehrheit im Stadtrat.
Gestritten wird über die Frage, ob eine Stadt wenige Monate nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen einem solchen Computer-Event ein Forum bieten soll. "Killerspiele" fanden sich auch auf dem PC des Amokläufers. Stuttgart und Nürnberg hatten die Spiele als ursprünglich gewählte Gastgeber deshalb abgesagt. Daraufhin waren die Veranstalter nach Karlsruhe ausgewichen. (dpa) / (dpa)
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(anw/c't)
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