25.09.2009 11:44
Dank einer neuen Operationsmethode können schwerhörige Patienten jetzt mit einer Kombination aus Hörgerät und Cochlea-Implantat behandelt werden. Ärzte um Professor Thomas Lenarz von der Medizinischen Hochschule Hannover haben eine Operationstechnik entwickelt, bei der noch funktionierende Haarsinneszellen im Innenohr während des Eingriffs nicht zerstört werden, berichtet Technology Review in seiner Oktober-Ausgabe (seit dem 24. 9. am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen).
Wenn Patienten eine elektronische Hörprothese als Ersatz für die geschädigte Hörschnecke (Cochlea) implantiert wird, zerstört die herkömmliche Operation häufig die verbliebenen Sinneszellen im Ohr – und damit auch das restliche Hörvermögen. Deshalb kamen Implantate nur für fast oder vollständig taube Patienten in Frage. Bei der von den hannoverschen Ärzten entwickelten Methode hingegen wird das Restgehör geschont, das meist mittlere und tiefe Töne umfasst. Das Team um Professor Lenarz implantiert kürzere und dünnere Elektroden, die nicht mehr den verbliebenen Sinneszellen ins Gehege kommen. Dabei vermeiden die Forscher auch das Anbohren der Hörschnecke, wie es bislang erfolgt ist. Stattdessen führen sie die Drähte durch eine natürliche Membran ein.
"Die Patienten haben nun eine neue Option", sagt Thomas Lenarz. "Früher hieß es: Implantat oder Hörgerät. Jetzt kann man beides kombinieren." Bei solchen Hybridmodellen verstärkt ein Hörgerät die tiefen Töne, ein Implantat übermittelt die hohen Frequenzen. So sollen Patienten Sprache, Musik und Umweltgeräusche deutlich besser hören. (Veronika Szentpetery)
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(wst)
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