04.11.2011 13:10
Bill Gates ruft G20-Staaten zu Engagement für Entwicklungsländer auf
Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat die G20-Staaten aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass der Ressourcenpool für Entwicklungsprojekte vergrößert wird. In seiner Rolle als stellvertretender Vorsitzender der Bill & Melinda Gates Foundation legte er den in Cannes versammelten Staats- und Regierungschef den Bericht "Innovation with Impact: Financing 21st Century Development" der Stiftung vor. Darin heißt es, falls die Mittel nicht aufgestockt und geschickt verteilt würden, könne die Existenzgrundlage von Millionen der ärmsten Menschen irreparabel beschädigt werden. Gates hatte den Bericht nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy im April 2011 angekündigt.
"Wir müssen auf den beispiellosen Fortschritten im Gesundheitswesen und der Entwicklungshilfe der vergangenen Jahrzehnte weiter aufbauen", sagte Gates. "Wenn die Länder ihre Versprechen auch einhalten, wird dies ab 2015 für zusätzliche Mittel im Umfang von 80 Milliarden US-Dollar jährlich sorgen." Gut durchdachte Entwicklungshilfe könne den Fortschritt in armen Ländern beschleunigen, bis keine weitere Hilfe mehr nötig sei.
Länder wie China, Brasilien, Mexiko, Indonesien und die Türkei brächten dank ihrer Erfahrungen im Kampf gegen die Armut und wegen ihrer technischen Kapazität Fähigkeiten mit, die für neue Verfahren in der Entwicklungshilfe genutzt werden könnte, meinte Gates. Er stellt sich eine Art "Dreiecksbeziehung" zwischen schnell wachsenden Schwellenländern, den traditionellen Geberländern und armen Ländern vor.
Gates regte an, die Auslandshilfe so auszurichten, dass Entwicklungsländer dabei unterstützt werden, Steuerumsätze zu erzielen. So könnten sich jährlich zusätzlich etwa 20 Milliarden US-Dollar zusätzlich ergeben. Auch sollten an Bergbau- und Erdölunternehmen höhere Transparenz-Anforderungen gestellt werden. Arme Länder sollten nach Gates' Meinung mit ihren Ressourcen vor allem arme Menschen, das Gesundheitswesen und die Agrarwirtschaft fördern. Die afrikanischen Länder sollen so wie in der Erklärung von Abuja (PDF-Datei) versprochen mindestens 15 Prozent ihrer Staatsbudgets zur Verbesserung des Gesundheitswesens einsetzen und 10 Prozent in die Agrarwirtschaft, wie es in der Erklärung von Maputo heißt.
(anw)










