14.08.2012 16:04
Bosch und Polaris gründen Joint Venture für "eScooter-Motoren"
Batteriegetriebene Fahrzeuge sind umso leichter im Markt unterzubringen, je weniger Fahrzeuggewicht bewegt werden muss und je kürzer die gefahrenen Strecken sind. Diese einfache Formel ist der Grund dafür, warum sich bisher – anders als Elektroautos – Pedelecs gut verkaufen und warum Hersteller wie BMW auch bei Motorrollern auf den Elektroantrieb setzen. Auch der Zulieferer Bosch sieht hier große Marktchancen, weswegen er zum Beispiel einen eigenen Antrieb für Pedelecs anbietet. Nun hat der Bosch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der chinesischen Polaris angekündigt, die beiden Unternehmen wollen zusammen Elektromotoren für Elektroroller entwickeln, herstellen und verkaufen.
Ningbo Polaris Technology, so die vollständige Bezeichnung des Partners, ist ein Anbieter von Elektromotoren für Elektroroller, die in China unter der Marke POLTM vertrieben werden. Im Jahr 2011 hat das Unternehmen nach Angaben von Bosch über eine Million Motoren verkauft. Das weltweite Volumen von "eScooter"-Motoren betrug demnach 2011 schon 27 Millionen Stück. Udo Wolz, bei Bosch für den Geschäftsbereich "Electrical Drives" zuständig, rechnet für 2020 mit einem Marktvolumen von 46 Millionen Elektromotoren. China sie mit 98 Prozent der größte Produktionsstandort für diese Motoren.
Bosch will durch die Zusammenarbeit mit Polaris auch Kompetenz im Bereich der Radnabenmotoren aufbauen.
Bild: heise Autos
Bosch will laut Wolz die Sparte Electrical Drives ergänzen und am Markt für elektrisch angetriebene Zweiräder "teilhaben". Zudem will der Zulieferer Kompetenzen im Bereich von Radnabenmotoren aufbauen. Sie "sind und bleiben" die größte Anwendung in diesem Bereich der Elektromotoren. Polaris andererseits will von Boschs Kompetenzen in Bereichen profitieren, in denen es selbst nicht aktiv ist – das gilt vor allem für Anwendungen im Bereich der Automobilindustrie, wo Bosch als "Vorzugslieferant" auftritt, wie es Polaris-Chef Dacheng Luo formuliert.
Luo erhofft nach seinen Worten zudem "Skaleneffekte" durch die Zusammenarbeit. Nominell scheint Ningbo Solaris Technology der klare Juniorpartner zu sein – das Unternehmen beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Bosch wird eine Mehrheitsbeteiligung in dem Gemeinschaftsunternehmen haben. Details zum Joint Venture oder dessen Namen hat Bosch bisher nicht genannt.
(ggo)










