23.10.2007 11:01
Der US-Branchenverband Bromine Science and Environmental Forum (BSEF) kritisiert die jüngst veröffentlichte Greenpeace-Analyse der Inhaltsstoffe des Apple-Telefons iPhone. Alle von der Umweltschutzorganisation nachgewiesenen Substanzen seien zur Verwendung zugelassen, schreibt der Verband in einem Kommentar. Greenpeace habe zwar Brom nachweisen können, nicht aber in welcher Konzentration und Zusammensetzung das iPhone dieses Element enthalte, da die Analysemethoden dafür nicht ausreichten. Dennoch habe Greenpeace Alarm wegen des Verdachts auf Verwendung von Bromiden geschlagen, beklagt sich die Industrie-Lobby.
Wie Greenpeace selbst einräume, entspreche die Verwendung von bromierten Flammschutzmitteln (Bominated Flame Retardants, BFRs) den EU-Richtlinien. Die in dem iPhone höchstwahrscheinlich verwendeten BFRs reagierten mit anderen für das Gehäuse verwendeten Stoffen und könnten so gebunden nicht gesondert in die Umwelt gelangen, schreibt das BSEF. Insofern sei die Darstellung von Greenpeace nicht korrekt.
Der Entflammungsschutz sei bei elektronischen Geräten besonders wichtig, heißt es in dem Kommentar weiter, da sie oft Hitzequellen enthielten und aus relativ großen Mengen entflammbaren Kunststoffs bestünden. Vorfälle mit Musikplayern und Akkus in der jüngsten Vergangenheit hätten zudem die potenzielle Gefahr deutlich vor Augen geführt. Greenpeace habe es verpasst darauf hinzuweisen, dass BFRs zu den meist getesteten Flammschutzmitteln gehörten, die derzeit erhältlich seien. Die Umweltschützer hätten keine konstruktive Alternative aufgezeigt.
Dem 1997 gegründeten BSEF gehören die Chemie-Unternehmen Albemarle Corporation, ICL Industrial Products, Chemtura und die Tosoh Corporation an. Neben der Herstellung von Entflammungsschutzmitteln dient ihnen Brom unter anderem zur Herstellung von Desinfizierungs- und Pflanzenschutzmitteln, Medikamenten, als Bestandteil von Akkus für elektrisch angetriebene Autos und in der Fotografie.
(anw/c't)
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