25.09.2007 11:23
Wenn man seit über anderthalb Jahren keine beziehungsweise keine nennenswerten Umsätze macht, sollte man sich als Firma trotz möglicherweise hochfliegender Pläne Gedanken machen. Diese führten bei Combots, dem nach dem Verkauf von web.de an United Internet verbliebenen Internet-Dienstleister mit einem integrierten System aus Multimedia-Messaging, Telefonie und Dateitransfer, nun auch zu Konsequenzen: Im Rahmen einer Ad-hoc-Meldung teilte das Unternehmen heute mit, seinen kostenlosen Service für die persönliche, digitale Kommunikation einzustellen. Alle Versuche, Combots erfolgreich am Markt zu etablieren, seien fehlgeschlagen. Eine aktuelle Bewertung der Bemühungen im laufenden Jahr habe gezeigt, dass keine ausreichende Perspektive bestehe, um den Service in der jetzigen Form weiterzuentwickeln.
Noch zur IFA Ende August hatte die Combots AG Zweifel an der Unternehmensstrategie zerstreuen wollen und für September eine neue "besonders clevere" Telefoniefunktion angekündigt. An der grundlegenden Problematik konnte die Firmenleitung bisher allerdings nichts ändern: Combots fehlen die Umsätze, und das Unternehmen schreibt weiterhin rote Zahlen.
Allein der Verkauf von web.de an United Internet und die damit verbundene Beteiligung an dem Internet-Mischkonzern in Höhe von 9,27 Prozent beschert Combots seither 165 Millionen Euro – jedoch lediglich in Form nicht realisierter Kursgewinne. Eine einschneidende Restrukturierung soll helfen, die Kostenstruktur des Unternehmens nachhaltig zu verbessern, um das Geschäftsjahr 2008 mit einem positiven Ergebnis zwischen ein und zwei Millionen Euro abschließen zu können. Combots will aber auch zukünftig Online-Dienste für die digitale Kommunikation entwickeln und betreiben. Details dazu gab das Unternehmen bisher aber nicht bekannt.
(map)
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