16.12.2008 08:38
Angreifer sind in Computer der brasilianischen Regierungen eingedrungen und haben es 107 Unternehmen ermöglicht, illegal Holz im Regenwald im Wert von 833 Millionen US-Dollar zu schlagen. Das sind 1,7 Millionen Kubikmeter Holz, berichtet die Umweltorganisation Greenpeace.
Danach wurden die Cyberkriminellen von Unternehmen angeheuert, um die von der brasilianischen Regierung angelegten Daten über Holzexporte zu manipulieren. Betroffen war der brasilianische Bundesstaat Para, in dem die Kontrolle über die Schutz des Regenwalds und über die Abholzgenehmigungen nur über ein Internetsystem erfolgt. Nach den gegenwärtig gültigen Regelungen darf ein Unternehmen in einem Jahr nur eine bestimmte Menge an Holz schlagen. Sobald die Höchstmenge erreicht wird, werden von den lokalen Behörden keine Transportgenehmigungen mehr erteilt. Die Angreifer haben diese Daten verändert, wodurch die Unternehmen bislang unbemerkt mehr als die eigentlich genehmigte Menge an Holz schlagen und ausführen konnten.
Der Staatsanwalt Daniel Avelino bereitet die Klage gegen die Unternehmen und gegen 202 Verdächtige vor, gegen die seit April 2007 ermittelt wird. Laut Greenpeace ist dieser aufgedeckte Betrug nur die Spitze des Eisbergs, "weil dasselbe Computersystem in zwei weiteren Bundesstaaten verwendet wird". Greenpeace warnt, dass nicht nur solche Betrügereien die Entwaldung beschleunigen, sondern im Parlament gerade eine Gesetzesvorschlag verhandelt wird, der die Rodung des Amazonas-Regenwaldes noch erheblich ausdehnen würde. Während Waldbesitzer jetzt bis zu 20 Prozent ihres Territoriums roden dürfen, sollen sie das Recht erhalten, die Hälfte zu entwalden.
(fr)
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