21.12.2007 12:24
Zurzeit sind größere Mengen manipulierter USB-Sticks auf dem Markt, die dem Betriebssystem mehr Speicher vortäuschen, als eingebaut ist. Dadurch können Daten verloren gehen, ohne dass der Nutzer dies sofort bemerkt.
Die ersten Exemplare tauchten bereits vor einigen Wochen bei Aldi Suisse auf; sie tragen die Markenbezeichnung "Platinum". Nach einem Bericht in c't, Ausgabe 24/07, berichteten Kunden anderer Firmen über ähnliche Beobachtungen. Die c't-Redaktion führte daraufhin weitere Testkäufe durch und untersuchte Dutzende USB-Sticks im Labor. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass diese Betrugsmasche viel weiter verbreitet ist, als zunächst angenommen. Betroffen sind etliche Billigmarken – allerdings nur in Teilmengen. Irgendwo auf dem Weg vom Hersteller zum Anbieter werden die faulen Sticks unter einwandfreie Ware gemischt. Der jüngste Fall sind "bluemedia"-Sticks aus dem aktuellen Sortiment der Supermarktkette Real. Real hat wie auch Aldi Suisse gegenüber c't versichert, dass manipulierte USB-Sticks anstandslos umgetauscht werden.
Ironischerweise ist selbst unsere eigene Vertriebsabteilung ein Opfer der Chip-Manipulierer geworden. Unter den 1-GByte-Sticks, die im Herbst 2007 als Begrüßungsgeschenk an neue c't-Abonnenten abgegeben wurden, befanden sich etliche, die nicht einmal 400 MByte Daten sicher speichern. Es ist unterdessen gelungen, die Liefercharge zu identifizieren und so einzugrenzen, welche Leser betroffen sein könnten. Bei allen entschuldigt sich der Verlag per Brief und bietet Ersatz an – diesmal einzeln von Hand geprüft.
Die Manipulationen sind nicht ohne Weiteres zu erkennen. Den Datenverlust bemerkt der geprellte Anwender erst beim späteren Auslesen der Inhalte. Mit dem Prüfprogramm H2testw von c't können Anwender vor einem eventuellen Datenverlust herausfinden, ob sie einen manipulierten Stick erworben haben. c't berichtet ausführlich in der kommenden Ausgabe 1/08 (ab Samstag, den 22. Dezember, im Handel).
(cp/c't)
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