25.04.2005 09:40
Bei den Querelen rund um die Abkehr von BitKeeper für die Quellcode-Verwaltung von Linux geht es in die nächste Runde: Auf der Linux-Konferenz linux.conf.au 2005, während der Andrew Morton, eine der zentralen Figuren bei der Entwicklung des LinuxKernels, bereits auf strukturelle Probleme der Kernel-Entwicklung hinwies, verteidigte Andrew Tridgell sein von Torvalds kritisiertes Vorgehen. Tridgell, Schöpfer des freien Druck- und Dateiservers Samba, hatte ein Open-Source-Programm zum Zugriff auf BitKeeper entworfen und damit wohl den Streit um und die Abkehr von der Closed-Source-Quellcodeverwaltung ausgelöst. Er wies in seiner Keynote die Kritik von Linux-Vater Linus Torvalds zurück.
Gleichzeitig veröffentlichte Tridgell das bisher unter Verschluß gehaltene Programm SourcePuller in einem eigenen Sourceforge-Projekt. Es soll eingeschränkten Zugriff auf die Daten auf BitKeeper-Servern ermöglichen. Die Protokoll-Informationen habe er auf sehr einfache Weise erfahren -- die Server verraten sie seinen Angaben zufolge beim Zugriff mit Telnet und Eingabe von "help" selbst.
Torvalds und die Open-Source-Gemeinde kommen unterdessen mit der Umstellung von BitKeeper auf git voran; Mitte letzter Woche veröffentlichte Torvalds mit Hilfe des von ihm und einigen Mitstreitern geschriebenen Quellcode-Verwaltungssystems den neuen Test-Kernel 2.6.12-rc3. Mit gitweb und wit sind zudem bereits zwei Programme in Entwicklung, die die aktuellen Vorgänge und Patches in Torvalds Entwicklerkernel über ein Web-Interface exportieren. Auch die Mailingliste, die über alle Änderungen informiert, ist wieder in Betrieb. Täglich erstellte Snapshots auf Kernel.org mit den aktuellen Entwicklungen gibt es derzeit jedoch nicht mehr.
(thl)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-155930