29.03.2007 16:52
Das Fedora Project hat die dritte Testversion von Fedora 7 zum Download freigegeben. Als Grundlage für die Linux-Distribution dient ein Kernel 2.6.21-rc5, der unter anderem um den neuen mac80211-WLAN-Stack erweitertet wurde. Der zuvor Devicescape genannte WLAN-Stack soll das alte IEE80211-Subsystem von Linux ersetzen und bringt Huckepack zahlreiche neue und überarbeitete WLAN-Treiber mit. Auch Intels neuer iwlwifi-Treiber für die WLAN-Module in aktuellen Centrino-Notebooks wurde in die dritte Testversion von Fedora 7 aufgenommen. Die Darstellung der grafischen Oberfläche übernimmt in Fedora 7 Test 3 nun die Beta einer neuen X-Server-Version von X.org, die RandR 1.2 unterstützt – damit soll der X-Server Wiedergabegeräte automatisch erkennen und auch zur Laufzeit Zu- und Wegschalten können.
Das "Core" der bisher "Fedora Core" genannten Linux-Distribution entfällt im Rahmen der Zusammenlegung des Paket-Depots Fedora Core mit dem bisher im Wesentlichen von der Fedora-Community gepflegten RPM-Add-On-Depot "Fedora Extras", deren Umsetzung für die nächste Wochen geplant ist. Das soll den Fedora-Projekt-Mitstreitern mehr Einfluss auf die bisher von Red-Hat-Mitarbeitern verwalteten Core-Pakete ermöglichen, aus denen bislang die Distribution zusammengestellt wurde.
Aus dem nun zusammengefassten, pro Architektur rund 10 GByte großen Paketangebot will das Projekt verschiedene Distributionen bauen. Ein zirka 3 GByte großer "Prime Spin" mit GNOME 2.18 dürfte als Hauptnachfolger für Fedora Core anzusehen sein. Für KDE-Anwender will das Projekt einen "KDE Spin" herausgeben; von beiden soll es auch Live-CDs geben. Ferner soll ein "Everything Spin" alle verfügbaren Pakete enthalten. Anwender sollen sich mit zwei Tools recht einfach auch eigene Spins oder Live-CDs aus dem Paket-Sortiment erstellen können. Ein vor Kurzem vorgestelltes Script soll zudem eine Live-Medium auf einen USB-Stick transferieren und bootbar machen.
Alle wichtigen neuen Funktionen von Fedora 7 sollte die Test 3 genannte Vorabversion nun enthalten; in vier Wochen steht die vierte und letzte Testversion an. Nach ihrer Veröffentlichung beginnt der "Continual freeze" – die Entwickler beheben in dieser Schlussphase nur noch kritische Fehler bis zur am 24. Mai geplanten endgültigen Freigabe von Fedora 7.
Ende Mai, eine Woche nach der geplanten Freigabe von Fedora 7, plant das Fedora-Projekt eine eintägige FUDCon (Fedora User and Developer Conference) im Rahmen des diesjährigen LinuxTAG. Zu der Konferenz mit Vortragsprogramm reist neben einigen Fedora-Mitstreitern und -Entwicklern auch Max Spevack, Vorsitzende des Fedora-Führungsgremiums Fedora Board, aus den USA an. Auf dem LinuxTAG will die Fedora-Stand-Crew zudem interessierten Anwendern bei der Installation der neuste Ausgabe von Fedora auf mitgebrachte Systeme zur Seite stehen.
(thl/c't)
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