14.11.2011 14:35
EU-Kommission begrüßt Ausschreibung für DNS-Verwalter IANA
Die US-Regierung hat erstmals den Betrieb der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) ausgeschrieben. Bislang gehörte die Organisation, die unter anderem für die Verwaltung der DNS-Root-Server und die Vergabe von Protokollnummern zuständig ist, zur Internet Corporation for Assigned Names und Numbers (ICANN). Die ICANN wiederum untersteht dem US-Wirtschaftsministerium.
In einer Stellungnahme sagt die EU-Kommission, sie sei "erfreut, dass ihre Initiative zur Verbesserung der Internet-Steuerung zu einigen von ihr vorgeschlagenen Änderungen" geführt habe. Die Ausschreibungsbedingungen verbesserten die Transparenz, Unabhängigkeit und Zurechenbarkeit des kommenden IANA-Betreibers.
Insbesondere enthalte der Vertragsentwurf klare und verpflichtende Vorgaben für Interessenkonflikte. Dazu gehörten schriftliche und sanktionierbare Regeln für solche Konflikte, die sowohl tatsächliche als auch mögliche Kollisionen abdeckten. Sie beschrieben insbesondere persönliche Beziehungen, finanzielle Erträge und Beschäftigungsverhältnisse. Hintergrund dieser Bemerkungen sind unter anderem Diskussionen innerhalb der ICANN, deren ehemaliger Direktor inzwischen zu einem aggressiven Bewerber um neue Top-Level-Domains gewechselt ist.
Vom IANA-Betreiber wünscht sich die Kommission mehr Respekt für geltendes Recht und nennt dabei ausdrücklich die europäischen Datenschutzregeln. Sie werde weiterhin Initiativen für entsprechende Vorschriften in zukünftigen IANA-Verträgen ergreifen. Die Kommission habe in diesem Zusammenhang "mit Bedauern festgestellt", dass nur US-amerikanische Verfahren zu dem Bieterverfahren zugelassen seien.
(ck)