30.04.2008 10:31
Wissenschaftler am Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie (CSEM) haben zusammen mit anderen europäischen Forschungseinrichtungen im Konsortium Biotex einen neuartigen Gesundheitsmonitor zur Integration in Kleidungsstücke entwickelt. Er lässt aus kleinsten Schweißproben Rückschlüsse auf den medizinischen Zustand des Trägers zu.
Bislang konzentrierten sich entsprechende Experimente vor allem auf physiologische Messungen wie Körpertemperatur oder Herzfrequenz. Der CSEM-Ansatz ist einer der ersten Versuche, biochemische Signale über die Kleidung ständig zu analysieren, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei wird eine neuartige Messtechnik verwendet: Eine Kombination aus hydrophilen und hydrophoben Garnen, die miteinander verwebt werden, um Schweiß auf die Sensorelektronik zu lenken. Durch die Nutzung der natürlichen Anziehungs- und Abstoßungsreaktionen ist keine zusätzliche Energiequelle zum Sammeln der Proben notwendig, die den Patch unnötig größer machen würde – und somit unpraktischer für den täglichen Einsatz.
Sobald der Stoff einige Milliliter Schweiß in das eingenähte Gerät geleitet hat, bestimmen die Sensoren die enthaltene Menge an Kalium, Chloriden und Natrium. Die Messung dieser Elektrolyte erlaubt einen Einblick in den Stoffwechsel einer Person. Beim Abgleich der Werte mit Referenzmessungen könne ermittelt werden, ob der Träger sich überanstrengt oder zu hohem Stress ausgesetzt ist, erläutert Jean Luprano, Projektkoordinator am CSEM. Luprano und seine Kollegen wollen den Patch nun mit zwei Hauptnutzergruppen testen: übergewichtigen jungen Menschen und Diabetikern. So sollen Langzeitforschungsdaten gewonnen werden, die es in dieser Breite bislang nicht gab.
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(bsc)
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