07.02.2008 14:40
Diesen Anker fischte das Reparaturschiff rund 50 Kilometer vor der Küste Dubais aus dem Wasser. [Bild: FLAG Telecom]
Die FLAG Telecom Group, Betreiberin von zwei Unterwasser-Glasfaser-Backbones, die in der vergangenen Woche im Mittelmeer und im Persischen Golf durchtrennt worden waren, hat am heutigen Donnerstag erste Erkenntnisse zur Ursache der Beschädigungen bekannt gegeben. Danach ist für die Durchtrennung des sogenannten FALCON-Kabels, das um die Arabische Halbinsel führt und die Anrainerstaaten Oman, Bahrain, Kuwait, Iran, Katar und Irak mit Breitband-Internet versorgt, ein vor der Küste Dubais ankerndes Schiff verantwortlich. Gefunden und geborgen wurde ein fünf bis sechs Tonnen schwerer Anker. Die Reparaturarbeiten am FALCON-Kabel sollen bis zum 10. Februar abgeschlossen sein.
Noch nicht geklärt ist unterdessen die Ursache für die Beschädigung des FEA-Kabels (FLAG Europe Asia), das von Großbritannien bis nach Japan reicht. Auch hier hieß es zunächst, ankernde Schiffe könnten das Unterwasserkabel mit Glasfasersträngen für Internet- und Telefonverbindungen zerrissen haben. Die ägyptische Regierung erklärte später jedoch, in den zwölf Stunden vor und nach Bekanntwerden der Beschädigung vor Alexandria sei kein Schiff in der Nähe der Kabeltrassen gewesen. Dies hätten umfangreiche Untersuchungen, darunter Auswertungen von Videoaufnahmen, ergeben. Auch sei das Gebiet mit den Kabeltrassen offizielles Sperrgebiet, Schiffe dürften dort also gar nicht verkehren.
Lokale Medien hatten berichtet, am Tag der Beschädigung sei Schiffen wegen eines Wetterumschwungs und heftiger Winde das Einlaufen in den Hafen von Alexandria verwehrt worden. Beim Festmachen vor der Küste hätten sich die Anker dann möglicherweise im Kabel verfangen. Ein FLAG-Sprecher sagte, auch das FEA-Kabel werde voraussichtlich bis zum 10. Februar repariert sein. Derzeit werde mit der Verlegung eines zusätzlichen Glasfaserkabels im Mittelmeer (FLAG Mediterranean) begonnen, das von Frankreich nach Ägypten führt. Keine Wasserstandsmeldungen gibt es indes weiterhin vom Konsortium SEA-ME-WE 4, dessen gleichnamiges Europa-Asien-Kabel ebenfalls in der vergangenen Woche durchtrennt worden war. Die daraus resultierenden Störungen im Datenverkehr hatten nicht zuletzt Indien empfindlich getroffen.
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(pmz/c't)
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