08.10.2008 14:12
Teilnehmer des EU-Forschungsprojektes SECOQC haben heute in Wien das erste quantenkryptographisch abgesicherte Kommunikationsnetz auf der Basis kommerzieller Glasfaserkabel präsentiert. Der Netzwerk-Prototyp besteht aus sechs Knotenpunkten, die mit acht Links verbunden sind: sieben Glasfaserkabel zwischen 6 und 85 Kilometer Länge und ein so genannter "free-space Link" mit direkter Sichtverbindung zwischen zwei Teleskopen. Insgesamt sind sechs unterschiedliche Quantenkryptographie-Techniken zur Erzeugung der Schlüssel über standardisierte Schnittstellen im Netzwerk integriert.
Quantenkryptographie ermöglicht die sichere Erzeugung und Verteilung von Schlüsseln für symmetrische Verschlüsselungsverfahren, da jeder Lausch-Versuch sofort entdeckt werden kann. Zur konkreten Realisierung solcher Verbindungen werden mittlerweile eine ganze Reihe von Quanten-Phänomenen verwendet wie etwa so genannte verschränkte Photonen – es existieren zudem mittlerweile etwa zehn marktreife, technische Lösungen für die quantenkryptographische Absicherung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Das Hauptproblem bei der Weiterverbreitung der Technologie ist allerdings noch immer die langsame Datenübertragung von etwa zehn Kilobit pro Sekunde – daher werden quantenkryptographisch nur die Schlüssel übertragen und nicht die verschlüsselten Daten – und die maximale Reichweite von etwa hundert Kilometern.
An dem EU-Projekt SECOQC ("Development of a Global Network for Secure Communication Based on Quantum Cryptography"), das nun abgeschlossen ist, haben seit April 2004 41 Partner aus zwölf Ländern gearbeitet. In einem Workshop vom 8. bis 10. Oktober wollen die Teilnehmer die Erfahrungen aus dem Projekt und weitere Forschungsansätze diskutieren. Die Vorträge des heutigen, ersten Tages werden [mms://stream.babiel.com/austria live] im Internet übertragen.
(wst)
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