26.04.2007 16:57
DNA-Computer-Pionier Ehud Shapiro sieht die Zukunft biologischer Computer nicht in der Informatik, sondern in der Medizin. "Die Stärke biologischer Computer ist nicht die schiere Rechenkraft, sondern ihre Fähigkeit, mit einer biologischen Umgebung zu interagieren. Biologie und Medizin sind daher so etwas wie natürliche Anwendungen für DNA-Computer", erklärte Shapiro im Interview mit dem Technologie-Magazin Technology Review.
Derzeit sei allerdings das Hauptproblem, DNA-Computer nicht nur im Reagenzglas, sondern auch in der lebenden Zelle zum funktionieren zu bringen. Dazu bedürfe es vor allem maßgeschneiderter synthetischer Enzyme. "Wenn Sie einen Computer entwerfen, verwenden Sie Ihre Design-Software, schicken das Ganze zu einer Fab, und eine Woche später haben Sie einen Chip in der Hand und Ihre Innovation implementiert", sagte Shapiro. "Aber auf dem gesamten Planeten gibt es keine Fabrik, der wir einfach die Spezifikationen schicken können – und die senden uns dann in einer Woche, einem Monat oder meinetwegen sogar in einem Jahr das fertige Enzym zu. Es könnte noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis dieses Problem gelöst ist."
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(wst)
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