31.08.2007 12:52
Millionen Menschen leiden an Demenz-Erkankungen, bei denen sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns mit der Zeit immer weiter abbaut. Die meisten Betroffenen sind an Alzheimer erkrankt. Sind die Symptome einmal da, ist es fast schon zu spät. Die Krankheit ist nicht heilbar, die derzeit erhältlichen Medikamente verhelfen Betroffenen bestenfalls zu einem Aufschub des Krankheitsverlaufs um 24 Monate, indem sie die Signalweiterleitung zwischen den Gehirnzellen verbessern. Je nachdem, wie die Krankheit verläuft, haben die Patienten nach der Diagnose in den meisten Fällen nur noch vier bis acht Jahre zu leben.
Zusätzliche Brisanz bekommt das Demenzproblem aufgrund der Tatsache, dass Alzheimer und verwandte Krankheiten eng mit dem Lebensalter verknüpft sind – mit der durchschnittlichen Lebenserwartung steigt also auch die Zahl der Betroffenen. In Labors rund um die Welt wird deshalb fieberhaft nach neuen Medikamenten und anderen Therapien geforscht. Die Wissenschaftler treibt ein ehrgeiziges Ziel an: Sie wollen nicht nur das Fortschreiten der Symptome für mehrere Jahre aufhalten, sondern dem Ausbruch sogar aktiv vorbeugen. Dabei gibt es einige Ansätze, die die Hoffnung wecken, dass dies eines Tages gelingen könnte.
Einige der neuen Therapieansätze zielen darauf ab, die Demenz-Symptome nicht nur zu verzögern, sondern sie in einem möglichst frühen Stadium einzufrieren – und sogar umzukehren. Um das Fortschreiten von Alzheimer zu stoppen, versuchen Forscher um Professor Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, die Entstehung der für Alzheimer typischen "Plaques" zu verhindern. Dazu wollen sie die Wirkung der Gamma-Sekretase hemmen – einer fehlerhaft arbeitenden biochemischen Schere, die zu lange Stücke des Proteins Beta-Amyloid produziert und so die Entstehung der zerstörerischen "Hirnbeläge" ermöglicht.
Eine viel größere Hilfe wäre allerdings, wenn man bereits verlorengeglaubte Erinnerungen zurückholen könnte. Was sich wie ein Ding der Unmöglichkeit anhört, scheint Wissenschaftlern um André Fischer am European Neuroscience Institute in Göttingen jüngst bei Mäusen gelungen zu sein: Ihre Ergebnisse belegen, dass bereits stark vergessliche Alzheimer-Mäuse mit Hilfe eines Spielplatzes und eines Wirkstoffes einen Teil ihrer Erinnerungen wiedergewinnen konnten.
Einen ausführlichen Bericht zu dem Thema bringt Technology Review online:
(bsc)
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