19.07.2010 08:26
Kyumin Lee, Forscher an der Texas A&M University, hat 60 Twitter-Namen – allerdings nicht deshalb, weil er im Netz besonders populär wäre. Stattdessen dienen Lees Accounts als "Honeypots" – virtuelle Honigtöpfe, die die Aufmerksamkeit von Spammern erregen sollen, die soziale Netzwerke nutzen, um Werbemüll, Datenschädlinge oder Phishing-Websites zu verbreiten. Eine von dem Wissenschaftler entwickelte Software überprüft alle an die Profile geschickten Nachrichten, um die Taktik der Urheber der Online-Plagen besser zu verstehen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Die Honeypot-Accounts agieren dabei automatisch so, als seien sie richtige Nutzer – sie republizieren Nachrichten aus einer Sammlung von 120.000 echten Tweets, die vorher bei Twitter geerntet wurden. Das Team um Lee hat außerdem einige Fallen auf MySpace installiert.
Der Code der Forscher analysiert automatisch, wie Spammer vorgehen. "Wir haben einen Software-Roboter, der überwacht, wer unsere Profile kontaktiert. Er schaut sich genau an, was in den Botschaften steht und untersucht dann die Profildaten der Spammer." Bislang konnten die 61 Honeypots insgesamt 30.867 Müllversender bei Twitter anlocken. Aus den Daten speist Lee dann einen Filter, der bereits eine Genauigkeit von 80 Prozent bei unbekannten Spammern erreicht.
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