16.12.2009 09:53
GPL-Klagen: Busybox-Erfinder meldet sich zu Wort
Bruce Perens, ehemaliger Debian-Projektleiter und Mitgründer der Open Source Initiative, hat sich kritisch zu den jüngsten Klagen des Software Freedom Law Center (SFLC) wegen GPL-Verletzung geäußert. Das SFLC hat im Auftrag einiger Busybox-Entwickler 14 Unternehmen wegen Geräten verklagt, die ein Embedded Linux mit dem Tool Busybox enthalten. Perens ist der Autor der ersten Busybox-Versionen.
In seinem Blog erklärt Perens, dass es keine Entschuldigung gebe, GPL-Software entgegen der Lizenzbedingungen der General Public License zu verwenden, und dass er grundsätzlich dafür ist, solche Fälle bis vor Gericht zu verfolgen. Allerdings habe das SFLC ihn als Busybox-Erfinder, der noch Rechte an dem Programm halte, bislang nicht kontaktiert. Auch sei das SFLC sehr selektiv in der Auswahl der Entwickler, die es vertritt, und gegenüber anderen betroffenen Entwicklern "zurückhaltend bis feindselig".
Erik Andersen, einer der aktuellen Busybox-Entwickler, in dessen Namen das SFLC klagt, sei keineswegs der einzige, der Rechte an Busybox hat. Anderson und Robert Landley, ein weiterer Busybox-Entwickler, in dessen Namen das SFLC ebenfalls schon geklagt hatte, hätten zudem Copyright-Hinweise aus dem Busybox-Code entfernt. Landley, Busybox-Maintainer seit 2006, habe überdies behauptet, dass sämtlicher von Perens geschriebene Code aus Busybox entfernt worden ist – nach Perens' Meinung zu Unrecht.
(odi)