15.07.2009 14:26
Mitarbeiter-Sport: Über 100 Kilo wiegen die für Street View genutzten Google-Trikes.
Bild: Google
Der Suchmaschinenbetreiber Google hat umgesattelt: Für seinen Visualisierungsdienst Street View setzt das Unternehmen in Großbritannien nicht nur Autos ein, sondern lässt Mitarbeiter zusätzlich auf Fahrrädern strampeln, um 360-Grad-Aufnahmen auch von abgelegenen Kulturstätten machen zu können. Insgesamt 18 mit Street-View-Kameratechnik ausgestattete Hightech-Dreiräder werden in den kommenden Wochen die Umgebung rund um sieben ausgewählte Sehenswürdigkeiten filmen.
Den Anfang macht das in der Jungsteinzeit begründete Bauwerk Stonehenge in der Grafschaft Wiltshire. Weitere Stationen sind das Millennium Stadium in Cardiff, die vom Bildhauer Antony Gormley geschaffenen Plastik "Angel of the North" bei Gateshead, der sagenumwobene Süßwassersee Loch Ness in Nord-Schottland, das botanische Eden Project in Cornwall, sowie die beiden Schlösser Warwick Castle (Grafschaft Warwickshire) und Bamburgh Castle (Northumberland).
Ausgewählt wurden die Sehenswürdigkeiten größtenteils von Teilnehmern einer Online-Befragung, die Google zuvor gemeinsam mit dem britischen Fremdenverkehrsamt (VisitBritain) durchgeführt hatte. Auf ungeteilte Freude stößt die neue Google-Aktion indes erneut nicht: "Abseits der Straße muss das Unternehmen noch mehr Rücksicht auf die Privatsphäre der Menschen nehmen", warnte Tom Brake, innenpolitischer Sprecher der Liberal-Demokraten im britischen Unterhaus.
Ob die über hundert Kilo schweren Google-Trikes künftig auch in Deutschland zu sehen sein werden, ist bislang nicht bekannt. Zuletzt einigte sich das Unternehmen hierzulande mit Datenschützern über den Umgang mit den erhobenen Rohdaten. So werden Bilder, die von Personen, Grundstücken oder Autos gemacht wurden, gegen die Betroffene aber Widerspruch eingelegt haben, schon vor dem Überspielen auf Server in den USA unkenntlich gemacht. (Peter-Michael Ziegler)
/
(pmz)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-6357
Mehr zum Thema Google Datenschutz Street View