01.07.2008 11:50
In Großbritannien hat die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) einen Antrag des Clinical Sciences Research Institute der University of Warwick genehmigt, zur Untersuchung von Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) hybride Embryos erzeugen zu dürfen. Während die ersten beiden Genehmigungen für Mensch-Tier-Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen die Verwendung von Kuh-Eizellen beinhalteten, werden die Wissenschaftler der University of Warwick in entkernte Eizellen von Schweinen das Genom aus menschlichen Hautzellen einsetzen. Aus den daraus entstehenden geklonten Blastozyten sollen Stammzellen entnommen werden, die erstmals eine Zelllinie mit dem menschlichen Modell einer Krankheit bilden.
In ihrem Antrag schrieben die Wissenschaftler, dass sie zunächst einige Experimente durchführen wollen, um auch die mitochondriale DNA von tierischen Genen zu reinigen. Zwar stammt der Zellkern der geklonten Mensch-Tier-Embryos ausschließlich vom Menschen, doch in den Mitochondrien der entkernten Eizellen verbleiben deren Gene oder mischen sich mit den menschlichen mitochondrialen Genen, was zu zellulären Störungen führen könne.
Mit den geklonten embryonalen Stammzellen sollen die Ursachen der Kardiomyopathie erforscht und Medikamente getestet werden. Professor Justin St. John, der Leiter des Teams, macht allerdings darauf aufmerksam, dass man noch ganz am Anfang der Forschung stehe. Bei ihren Experimenten gehe es derzeit vor allem darum, das Klonen von hybriden embryonalen Stammzellen wirksamer zu machen.
Im Mai hat das britische Parlament die Human Fertilisation and Embryology Bill angenommen, nach der die Herstellung von Mensch-Tier-Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen erlaubt ist. 270 hybride Embryos sind durch das Einfügen von menschlicher DNA in Eizellen von Kühen bereits hergestellt worden. Es habe sich gezeigt, so sagte kürzlich Lyle Armstrong von der Newcastle University, dass die Herstellung von hybriden Embryos einfacher als erwartet gewesen sei.
(fr)
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