27.10.2009 08:33
100.000 kalifornische Kunden eines großen Gesundheitsversorgers sollen demnächst im Rahmen einer groß angelegten Studie einer Genanalyse unterzogen werden. Es ist das erste Mal, dass Erbgutmaterial einer derart großen Bevölkerungsgruppe unterschiedlichster Herkunft vorliegt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Das Projekt wird eine enorme Hebelwirkung im Bereich genomweiter Assoziationsstudien haben", glaubt Cathy Schaefer, Forscherin bei Kaiser Permanente in Oakland, dessen Patienten an dem Projekt beteiligt sind.
Anhand der Daten soll es Wissenschaftlern bald möglich sein, Zusammenhänge zwischen Genausstattung, Umwelteinflüssen und Krankheiten deutlich genauer zu erforschen, als dies bislang möglich war. Neben den Erbgutdaten werden nämlich auch detaillierte elektronische Gesundheitsakten, Material aus Patientenbefragungen und sogar Informationen zu den Umweltbedingungen vorliegen, mit denen die Untersuchten leben und arbeiten müssen.
Das Projekt nutzt bereits vorhandene Speichelproben kalifornischer Kaiser Permanente-Patienten, deren Durchschnittsalter bei 65 Jahren liegt. Ihre DNA wird auf 700.000 genetische Variationen (Single Nucleotide Polymorphisms, kurz SNP) analysiert. Dabei kommen Analyse-Arrays des kalifornischen Unternehmens Affymetrix zum Einsatz. Die Daten sollen dann durch die US-Nationalinstitute für Gesundheit (NIH) auch anderen Forschern zur Verfügung gestellt werden.
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