06.02.2013 13:59
HP-Belegschaft demonstriert gegen Standortschließung
Gut 700 IT-Fachkräfte des US-Konzerns Hewlett-Packard (HP) haben am Mittwoch gegen die Schließung des Standorts Rüsselsheim demonstriert. "Die Stimmung war hitzig, die Menschen sind empört über das Vorgehen der Geschäftsführung", sagte Gewerkschaftssekretär Martin Sperber-Tertsunen.
Nach dem Protestzug durch Rüsselsheim informierte das Management die Belegschaft erstmals direkt über die bisher nur per E-Mail und Video-Konferenz vorgestellten Pläne, den hessischen Standort mit gut 1100 Mitarbeitern zum 1. November zu schließen. 850 Stellen sollen ganz gestrichen werden, etwa 250 IT-Spezialisten können zu Opel zurückkehren. Der Autobauer würde damit die Ausgründung seiner IT-Abteilung rückgängig machen.
Statt das Verständnis der Mitarbeiter zu gewinnen, habe das Management Öl ins Feuer gegossen, sagte Sperber-Tertsunen: "Es entstand der Eindruck, dass die Geschäftsführung die Entscheidung nicht durchdacht hat." Am Standort Rüsselsheim arbeiteten IT-Spezialisten im Kundendienst für Unternehmen in weltweit vernetzten Teams, sagte Sperber-Tertsunen: "Man zerschlägt funktionierende Strukturen. Hochspezialisierte Experten sollen durch irgendwelche Mitarbeiter ersetzt werden."
Mit der Schließung von Rüsselsheim will HP den deutschen Beitrag zum globalen Sparprogramm abschließen: Weltweit will der Konzern rund 29.000 Stellen kappen. Hintergrund für den Sparkurs ist die Flaute im PC-Geschäft wegen der steigenden Beliebtheit von Tablet-Computern und Smartphones. (dpa)
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(anw)