23.02.2010 08:43
Forscher der britischen Firma Nova Bio-Pharma Technologies haben zusammen mit Wissenschaftlern an der Universität Oxford einen neuen Konservierungsprozess entwickelt, mit dem virenbasierte Impfstoffe mehrere Monate lang auch unter schlechten klimatischen Bedingungen haltbar bleiben. Der Trick besteht in der Beigabe einer Zuckerlösung in Verbindung mit einem speziellen Trocknungsverfahren, erläutert der beteiligte Virologe Matt Cottingham. "Es ist ein sehr einfacher Prozess. Lagerung und Auslieferung werden so erleichtert und es fällt weniger Ausschuss an." Auch die Impfwirkung bleibe konstant.
Die neue Technik könnte Impfstoffe deutlich verbilligen und sie auch in tropischen Regionen problemlos nutzbar machen, in denen es an modernen Infrastrukturen wie Kühlketten fehlt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Lebendvakzine dürfen üblicherweise nur bei Temperaturen zwischen 4 und maximal 8 Grad Celsius gelagert werden. In Ländern wie England oder den Vereinigten Staaten verschlingt diese technische Notwendigkeit pro Jahr rund 200 Millionen Dollar und verteuert Impfkampagnen um bis zu 20 Prozent, heißt es in einer Untersuchung der WHO. In armen Regionen, in denen es weder Kühltransporter noch eine stabile Stromversorgung gibt, werden Immunisierungsaktionen so enorm erschwert.
Nova Bio-Pharma arbeitet schon seit längerem an Verfahren zur Verbesserung verschiedener Vakzine und proteinbasierter Medikamente, um sie stabiler zu machen. Nun gelang es erstmals, auch einen virenbasierten Lebendimpfstoff bei hohen Außentemperaturen wirksam zu halten.
Der zuständige Projektmanager bei Nova Bio-Pharma, Samodh de Costa, betont, dass die Firma bereits einen Herstellungsprozess entwickelt hat, mit dem sich genügend Material für klinische Tests produzieren lässt. Der nächste Schritt sei nun zu zeigen, dass sich das Verfahren auch auf einen industriellen Maßstab übertragen lasse. Außerdem soll getestet werden, ob bestehende Standardimpfstoffe zu dem Trocknungsverfahren kompatibel sind.
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