22.07.2008 15:55
Hamburgs Universitäten haben die Studiengebühren vor allem in die Infrastruktur in der Lehre und in die Betreuung der Hochschüler gesteckt. Insgesamt seien 35 Prozent der im Sommersemester 2007 und im Wintersemester 2007/2008 eingenommenen rund 38 Millionen Euro in die der Verbesserung der Infrastruktur geflossen, sagte Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) heute bei der Präsentation des ersten Berichts zur Verwendung der Studiengebühren (PDF-Datei). 30 Prozent des Geldes wurde für die Erhöhung der Betreuungsintensität aufgewendet und weitere 15 Prozent seien in Serviceleistungen wie längere Bibliotheksöffnungszeiten, Tutorien, Laborplätze oder Inneneinrichtungen investiert worden.
Seit dem vergangenen Jahr müssen die Studierenden in Hamburg pro Semester 500 Euro Studiengebühren bezahlen. Von diesem Wintersemester an soll sich die "Campus-Maut" jedoch auf 375 Euro pro Semester reduzieren. Anders als bisher müssen diese Gebühren dann auch nicht mehr sofort, sondern erst nach Abschluss des Studiums und bei einem Brutto-Jahreseinkommen von mindestens 30.000 Euro entrichtet werden.
Nach Angaben der Wissenschaftsbehörde nahmen die sechs staatlichen Hochschulen im Sommersemester 2007 rund 18,6 Millionen Euro ein, im Wintersemester 2007/2008 etwa 19,4 Millionen Euro. Davon seien 13 Millionen Euro noch 2007 ausgegeben worden, 19,4 Millionen Euro seien fest verplant. Für den Rest gebe es bereits Vorschläge, sagte Gundelach. Bezahlt hätten rund 39.900 der etwa 56.400 Studenten in Hamburg. 30 Prozent aller Studierenden seien von der Gebührenpflicht aus unterschiedlichen Gründen befreit gewesen. Zwangsexmatrikuliert worden wegen Nichtzahlung seien rund 3000 Studierende, 2400 haben demnach Darlehensanträge gestellt. Hamburg bietet zusammen mit der KfW-Förderbank staatlich garantierte Darlehen in Höhe von 100 bis 500 Euro pro Semester. Diese werden immer am 1. Juni und am 1. Dezember ausgezahlt
Gundelach betonte, die Studenten seien an den Entscheidungen über die Verwendung von Studiengebühren beteiligt gewesen. Sie kündigte an, dass in bei den kommenden Jahresberichten detaillierter auf die Sicht der Studenten bei den Verbesserungen eingegangen werden soll. Das sei ihr bei dem bislang ersten Bericht, den vor allem die Hochschulleitungen erarbeitet hätten, etwas zu kurz gekommen, sagte Gundelach. Eine spezielle Untersuchung über die Auswirkungen der Studiengebühren auf die Qualität soll es nach fünf Jahren geben.
(anw)
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