25.07.2007 09:44
Wenn es nach Matsushita Electric geht, isolieren wir unsere Behausungen künftig nicht mehr mit Dämmwolle, sondern mit speziellen Vakuumpaneelen, deren Grundaufbau aus dem Kühlschrankbau stammt. Der durch seine Marken Panasonic, Technics und National bekannte Elektronikkonzern vertreibt in seinem Heimatmarkt Japan über die Tochter PanaHome auch Familienhäuser, kann die Idee aus der Herstellung weißer Ware also auch gleich kommerzialisieren, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Wo sonst die Dämmwolle dämmt, schimmert silbern Folie in der Wand des Tokioter "Öko- und Universal-Design-Hauses", das Matsushita als Demonstrationsobjekt dient. Die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Paneele schlägt die deutscher Hersteller auf den ersten Blick um Längen: 0,0015 Watt pro Meter und Kelvin beträgt sie im Gegensatz zu 0,004 Watt pro Meter und Kelvin bei in Deutschland erhältlichen Vakuumisolierungen. Das ist bereits nahe am theoretischen Optimum für Vakuumisolierungen mit Füllmasse. Nur Thermoskannen sind besser. Bereits im kommenden Jahr soll das Produkt über den Kunststoff- und Dämmmaterialhersteller Achilles in Japan vertrieben werden.
Bei der neuen Technik wird ein Füllmaterial aus nanoporöser Kieselsäure, Urethanschaum oder Glasfasern in eine Plastikfolie gepackt und nach Enzug der Luft zusätzlich in Stahl-, Aluminium- oder Kunststoffhochbarrierefolien eingeschweißt. Durch das Vakuum wird die Isolierleistung der Paneele extrem erhöht. Allerdings erfordert der Verbau generell einen höheren Planungsaufwand: Die Isolierung kann nicht vor Ort zugeschnitten werden und muss extrem vorsichtig behandelt werden, um das Vakuum nicht zu zerstören. Ganz neu ist Matsushitas Ansatz zudem nicht: In Deutschland buhlen bereits mehrere Hersteller ähnlicher Produkte um die Bauherren. Allerdings hat keiner von ihnen eine Marktmacht wie Matsushita in Japan.
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(bsc)
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