24.06.2008 15:02
Attraktive berufliche Möglichkeiten im Ausland stellen das Hauptmotiv für die Auswanderung von Fach- und Führungskräften aus Wirtschaft und Wissenschaft dar. Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie international angelegte Befragung der Berliner Prognos AG zeigt, dass 68 Prozent der Befragten von der Auswanderung bessere Berufs- und Einkommensperspektiven erwarten. Prognos hat 1410 Fach- und Führungskräfte, die dauerhaft im Ausland leben, online befragt.
Fach- und Führungskräfte, die aus Deutschland ausgewandert sind, leben seit durchschnittlich sechs Jahren im Ausland, sind mit 63 Prozent überwiegend männlich und zu 84 Prozent Akademiker. Etwa 21 Prozent der Befragten sind der Gruppe der MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zuzurechnen, die in Deutschland mehr als andere gefragt ist.
Gerade diejenigen, die bereits in Deutschland überdurchschnittlich gut verdient haben, streben eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse durch weniger Steuern und ein höheres Einkommen im Ausland an. Wissenschaftler dagegen beklagen die schlechte Einkommens- und Beschäftigungssituation in Deutschland. Neben materiellen Gründen ist Auswanderung bei allen Befragten auch durch den Wunsch nach mehr Freiraum für die Selbstverwirklichung in einer Gesellschaft mit einer optimistischeren Grundhaltung motiviert. Die meisten zieht es in die USA, nach Großbritannien und in die Schweiz.
Für die Mehrheit der Auswanderer (53 Prozent) ist die Rückkehr nach Deutschland in absehbarer Zeit durchaus eine Option. "Solange aber Lebensqualität und Einkommen im Ausland höher sind", bilanziert Christan Böllhoff, Geschäftsführer der Prognos AG, "fehlt Fach- und Führungskräften ein wichtiger Anreiz, wieder nach Deutschland zurückzukehren." Erst wenn familiäre Gründe ins Spiel kommen, werde die Rückkehr wahrscheinlich.
Die Zahl der Menschen, die ins Ausland geht, steigt: Das statistische Bundesamt meldet für das Jahr 2007 rund 161.000 Fortzüge deutscher Staatsangehöriger, das entspricht der Einwohnerzahl von Osnabrück und markiert die höchste Zahl deutscher Auswanderer seit dem Jahr 1954.
(fm)
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