24.04.2008 12:47
Hunderttausende kürzlich infizierte Webseiten haben mehrere Sicherheitsdienstleister entdeckt. Sie verweisen alle auf einen chinesischen Server und laden von dort ein JavaScript nach, mit dem Besuchern durch das Ausnutzen von Schwachstellen ein Trojaner untergejubelt werden soll. Betroffen sind sogar Seiten von Regierungseinrichtungen wie beispielsweise der Vereinten Nationen (un.org) und von Großbritannien (.gov.uk).
Laut den Analysen von Websense versucht der Schadcode, insgesamt acht Sicherheitslücken auszunutzen, um den Besuchern der Webseiten unbemerkt Schadcode unterzuschieben, beispielsweise über die bereits im Januar 2007 geschlossene VML-Lücke. F-Secure beobachtete, dass die Angreifer versuchen, auf .asp- und .aspx-Webseiten einzubrechen, indem sie die Parameter der Seiten mit einer verschlüsselten SQL-Anfrage übergeben:
DECLARE%20@S%20NVARCHAR(4000);SET%20@S=CAST(0x4400450043004C0041005200450020004[...]
Entschlüsselt handelt es sich um eine SQL-Abfrage, die alle Textfelder in der Datenbank hinter der Webseite finden und den JavaScript-Code dort einschleusen soll:
DECLARE @T varchar(255)'@C varchar(255) DECLARE Table_Cursor CURSOR FOR select a.name'b.name from sysobjects a'syscolumns b where a.id=b.id and a.xtype='u' and (b.xtype=99 or b.xtype=35 or b[...]
Bei beiden Schnipseln handelt es sich nur um den Anfang der Anfrage. Administratoren eines Servers, der .asp- oder .aspx-Seiten ausliefert (wie etwa Microsofts IIS), sollten die Logfiles auf das Vorkommen derartiger Einträge untersuchen und gegebenenfalls die Datenbank auf injizierte Links überprüfen.
Eine Suche auf Google mit dem injizierten Link förderte mehr als 290.000 infizierte Webseiten zu Tage. Deutschsprachige Seiten sind jedoch seltener betroffen, hier konnte die Suchmaschine nur rund 580 betroffene auffinden. Microsofts Suchmaschine lieferte jedoch bereits knapp 6000 Treffer in deutschsprachigen Angeboten.
Serverbetreiber sollten aufgrund der zunehmenden automatischen Ausnutzung von Schwachstellen in Serverinstallationen ihren Webauftritt auf Sicherheitsmängel hin abklopfen. Hinweise und Anregungen zur Absicherung des eigenen Webservers geben etwa die Artikel Schwachstellensuche mit Fuzzing oder Grundsicherung für PHP-Software auf heise Security.
Siehe dazu auch:
(dmk/c't)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Kommentare lesen (228 Beiträge)
Themen-Forum Schwachstellen
English version: Hundreds of thousands of web pages infected with malicious JavaScript
Programmieren von Exploits
Sieben Tutorials zeigen alles, was man wissen muss, um zuverlässige Exploits für Buffer Overflows in Software zu schreiben
mehr...
TLS-Renegotiation-Schwachstelle erklärt
Anhand einfacher Grafiken zeigt Thierry Zoller, wie sich die TLS-Renegotiation-Schwachstelle ausnutzen lässt.
mehr...
Security Operations von Innen
Im Security Operations Center (SOC) überwacht Symantec aus der Ferne die Netzwerke seiner Kunden auf Hackerangriffe und verdächtige Aktivitäten. Wir haben uns das SOC von innen angeschaut.
mehr...
Sicherheitslücken in Add-ons gefährden Firefox-Anwender
ENISA-Studie hilft bei Risikoabschätzung für Cloud Computing
Fedora rudert bei den Installationsrechten zurück
PHP 5.3.1: Bug-Fixes und Sicherheitskorrekturen
Forderungen nach mehr Videoüberwachung für Sicherheit in Bus und Bahn
ONLINE MARKT
Werbung